Flugshow am Züri-Fäscht ohne Patrouille Suisse

Am grossen Volksfest vom 5. bis 7. Juli gibt es zwar wieder ein Flugprogramm, aber keine Militärjets.

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Die Patrouille Suisse wäre zwar eine «riesige Attraktion» gewesen, erklärt Roland Stahel, OK-Chef des Züri-Fäscht. Doch die Organisatoren mussten sich an die Vorgabe des Zürcher Stadtrats halten und verzichteten deshalb auf eine Einladung der Kunstflugstaffel der Armee. Die städtischen Richtlinien für das Züri-Fäscht verbieten Shows mit Düsenflugzeugen. Diese Regel stammt laut Stahel noch aus der Ära von SP-Stadträtin Esther Maurer, die 1998 bis 2010 dem Polizeidepartement vorstand.

Werbung für die Armee

Am letzten Züri-Fäscht im Jahr 2010 machte die Stadt für die Patrouille Suisse eine explizite Ausnahme. Wegen des 100-Jahr-Jubiläums der Schweizer Luftfahrt durften die Jets damals übers Seebecken donnern. Was prompt für Kritik sorgte: 36 linke Parlamentarier wollten darauf vom Stadtrat wissen, wie sich die lärmige Flugshow mit den Zielen der Nachhaltigkeit und der 2000-Watt-Gesellschaft vereinbaren lasse.

Dabei wären die Luftakrobaten gerne erneut am Züri-Fäscht an den Start gegangen. Weil sich dort ideal Werbung für die Armee machen liesse, wie die «NZZ am Sonntag» kürzlich den Kommandanten der Patrouille Suisse zitierte. Während bei reinen Flugshows nur Publikum anreise, das der Fliegerei ohnehin zugetan sei, könne man in Zürich auf einen Schlag die halbe Schweiz begeistern.

Bertrand Piccard sagte ab

Doch auch ohne die Kunstflieger verspricht Stahel für das Züri-Fäscht «Leckerbissen für Aviatikfans». So wird die Luftwaffe mit den Propellerflugzeugen PC-7 und mit Superpuma-Helikoptern Präsenz markieren. Daneben sollen Oldtimer-Flieger und Elektro-Segelflugzeuge ebenso am Himmel auftauchen wie ein Zeppelin und diverse Fallschirmspringer. Nicht mehr infrage kommen dagegen Überflüge von MD-11und Airbus-Verkehrsmaschinen wie an früheren Festen.

Gerne hätten die Organisatoren Bertrand Piccards Solarflugzeug im Programm gehabt. Doch sie erhielten eine Absage. Der Schweizer Luftfahrtpionier weilt mit der Solar Impulse in den USA, wo er im Sommer einen Flug von der West- zur Ostküste plant.

Polizeivorsteher Daniel Leupi (Grüne) hat das düsenjetfreie Flugprogramm fürs Züri-Fäscht inzwischen bewilligt, wie sein Sprecher Reto Casanova bestätigt. Dieses muss jetzt noch vom Bundesamt für Zivilluftfahrt und vom Kanton abgesegnet werden.

Ein Wiedersehen 2016 möglich

OK-Chef Roland Stahel hofft, dass sich die im Volk beliebte Patrouille Suisse wenigstens am Züri-Fäscht 2016 nochmals dem Publikum zeigen darf – dann womöglich in einer Abschiedsvorstellung, weil der Staffel in ihrer jetzigen Form das Aus droht. Verteidigungsminister Ueli Maurer (SVP) hatte im Februar bekannt gegeben, dass die Staffel mit den rot-weissen Flugzeugen 2016 möglicherweise zum letzten Mal aufsteigen werde. Der Grund: die geplante Ausmusterung der F-5 Tiger und Sparmassnahmen.

Erstellt: 10.04.2013, 07:16 Uhr

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