Freispruch für Klatschkolumnistin

Weshalb Hildegard Schwaninger einen Winterthurer Unternehmer als «undurchsichtigen Hochstapler» bezeichnen darf.

Hildegard Schwaninger im Glück: Die ehemalige TA-Kolumnistin gewinnt vor Gericht gegen einen Winterthurer Unternehmer.

Hildegard Schwaninger im Glück: Die ehemalige TA-Kolumnistin gewinnt vor Gericht gegen einen Winterthurer Unternehmer. Bild: Nicola Pitaro

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Erfolg für die ehemalige TA-Kolumnistin Hildegard Schwaninger: Das Bezirksgericht Zürich sprach sie heute vollumfänglich frei vom Vorwurf, einen Winterthurer Unternehmer mit Verleumdung und übler Nachrede verunglimpft zu haben.

Aufgrund eines Formfehlers musste sich das Gericht ein zweites Mal mit dem Fall beschäftigen. Im August 2012 verurteilte es die Klatschkolumnistin zu einer bedingten Geldstrafe, das Urteil wurde aber wegen eines Formfehlers aufgehoben. Nach dem Freispruch muss der Kläger die Gerichtskosten übernehmen und Schwaninger eine Prozessentschädigung von mehr als 10'000 Franken bezahlen. Ob der Unternehmer das Urteil weiterziehen wird, ist offen.

«Undurchsichtiger Hochstapler

Hildegard Schwaninger, die heute für die «Weltwoche» arbeitet, hatte im August 2008 in einer TA-Kolumne den Unternehmer als gescheiterten und undurchsichtigen Hochstapler bezeichnet. Der Mann habe Kapital vernichtet und eine «Megapleite» hingelegt. Er habe stets eine halbseidene Lady an jedem Arm gehabt, wegen illegaler Machenschaften könne er nicht mehr in die Schweiz einreisen. Der Unternehmer hatte eine Verurteilung wegen Verleumdung und eine Bestrafung mit 100 Tagessätzen zu 150 Franken verlangt.

Vor Gericht verbuchte nun aber die Verteidigung einen Erfolg. Deren Argumentation: Als Klatschkolumnistin habe Hildegard Schwaninger keinen sachlich-journalistischen Bericht geschrieben. Bei dieser Textform erwarte der Leser sprachliche Übertreibungen. Ebenfalls zu Schwaningers Gunsten wertete das Gericht den Umstand, dass die Autorin vor der Publikation den TA-Hausjuristen konsultiert habe. Dieser hatte den Text offenbar überprüft und als unbedenklich eingestuft. (pa/SDA)

Erstellt: 03.02.2014, 14:16 Uhr

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