Frieden im Schilderstreit

Die Stadt hat eingelenkt und gewährt dem Seebacher Quartier Leutschenbach ein neues Strassenschild. Damit hat eine illegale Protestaktion nach Jahren doch noch Erfolg gehabt.

Bereits 2009 wurde auf den Missstand hingewiesen: Schild im Quartier Seebach.

Bereits 2009 wurde auf den Missstand hingewiesen: Schild im Quartier Seebach. Bild: Peter Lauth

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Die Navigationsgeräte in den Autos lösen einen alten Konflikt: Die Stadt will die drei Ortsschilder zwischen Glattbrugg und Leutschenbach auswechseln. Auf ihnen steht heute «Zürich (Oerlikon)», obwohl der Stadtteil Leutschenbach zu Seebach gehört.

Die zuständige Dienstabteilung Verkehr im Polizeidepartement hat sich bis vor kurzem auf den Standpunkt gestellt, dass eine Umbenennung für Verwirrung bei Autofahrern führen würde. Die meisten von ihnen seien auf dem Weg nach Oerlikon, zum Beispiel Richtung Hallenstadion. Wenn auf dem Ortsschild Seebach stünde, würden sie denken, sie seien auf der falschen Route.

Nun hat der Stadtrat diese Haltung überdacht. Da sich immer mehr Fahrzeuglenker auf ihre Navigationsgeräte verliessen, sollte eine Änderung zu «Zürich (Seebach)» keine Verwirrung mehr hervorrufen, schreibt er in seinem Geschäftsbericht. Damit ja kein Durcheinander entsteht, hat die Dienstabteilung Verkehr die Kantonspolizei aber gebeten, an der Ortseinfahrt auf der Thurgauerstrasse einen neuen Wegweiser mit der Anschrift «Zentrum Oerlikon» anzubringen. Der Kanton hat vor kurzem sein Einverständnis erteilt. Noch offen ist, wann die Tafeln ausgetauscht werden.

Handfeste Proteste

Der Quartierverein Seebach hat sich jahrelang für den Schildertausch eingesetzt. 2009 haben die CVP-Gemeinderäte Ruth Ackerman und Daniel Meier mit einem Postulat politischen Druck aufgesetzt. Sogar eine illegale Protestaktion gab es: Unbekannte montierten 2011 die Oerlikon-Schilder ab und ersetzten sie durch täuschend echte Tafeln mit der Aufschrift «Zürich (Seebach)».

Letztes Jahr machten Gewerbe- und Quartierverein Seebach nochmals mit einer gemeinsamen Aktion auf die Falschbenennung aufmerksam. Entsprechend gross ist die Genugtuung, dass die Stadt die falschen Schilder nun endlich auswechselt. «Überall ist die Stadt überkorrekt – aber in diesem Fall hat sie bewusst einen Fehler stehen gelassen», sagt Vereinspräsidentin Cornelia Fischer. Viele Neuzuzüger in Leutschenbach hätten auch wegen der Schilder geglaubt, in Oerlikon zu leben. Das erschwerte dem Quartierverein den Zugang zu ihnen. Leutschenbach und der Rest von Seebach sind durch einen Bahndamm abgetrennt und dadurch bis heute nicht zusammengewachsen. Laut Fischer ist in der öffentlichen Wahrnehmung zudem untergegangen, dass Seebach mit Leutschenbach über einen Quartierteil verfügt, der fast nur für positive Schlagzeilen sorge. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 21.06.2013, 07:45 Uhr

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