Geschenke in Millionenhöhe

ETH und Universität Zürich profitieren immer wieder von Zuwendungen in zweistelliger Millionenhöhe. «Rekordhalter» dürfte Branco Weiss sein.

Die beiden ETH-Grossspender: Hansjörg Wyss (links) und Branco Weiss.

Die beiden ETH-Grossspender: Hansjörg Wyss (links) und Branco Weiss. Bild: Keystone

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Unternehmer Hansjörg Wyss schenkt der ETH und der Universität Zürich 120 Millionen US-Dollar. Damit soll das Wyss Translational Center, ein Forschungszentrum an der Schnittstelle von Medizin, Natur- und Ingenieurwissenschaften, gegründet werden.

143 Millionen für die Wissenschaft

Noch mehr warf der 2010 verstorbene Branco Weiss für die ETH auf. Mit ungefähr 100 Millionen Franken, die er der ETH vermachte, soll die Existenz des von ihm 2002 gegründeten und 2011 der ETH angegliederten Förderprogramms «Society in Science – The Branco Weiss Fellowship» auf Jahrzehnte hinaus gesichert werden.

Ab 1947 hatte Weiss mit einem Stipendium selber an der ETH studiert. Er hatte das Programm schon vor seinem Tod mit 20 Millionen Franken ausgestattet und zusätzlich 23 Millionen Franken gespendet, damit das HIT-Gebäude am ETH-Standort Hönggerberg realisiert werden konnte.

Über 1800 Gönner

Auch im letzten Jahr ermöglichten zwei Grossspenden die Errichtung eines Instituts für theoretische Studien an der ETH – «eine Art permanentes Weltklasse-Meeting für Forschende», wie ETH-Präsident Ralph Eichler damals sagte. Die Gründung war möglich geworden durch zwei Spenden von je 25 Millionen. Das Geld kam von der Walter-Haefner-Stiftung und Max Rössler. Rössler, der an der ETH Mathematik studiert und nach seiner Tätigkeit in Forschung und Lehre in die Vermögensverwaltung gewechselt hatte, ist auch Stifter des nach ihm benannten Preises.

Laut dem Jahresbericht der ETH Zürich Foundation haben im Jahr 2013 über 1800 Personen, Stiftungen und Unternehmen mit persönlichen Beiträgen insgesamt 91 Millionen Franken aufgebracht – Mittel, die «gezielt für den Aufbau und die Stärkung der ETH-Prioritäten eingesetzt» werden sollen.

75,6 Millionen für den ETH-Bereich

Gesamtschweizerisch haben die Schenkungen und Legate im ETH-Bereich in der Tendenz stark zugenommen. Lagen sie im Jahr 2004 noch bei 9,6 Millionen Franken, stiegen sie bis 2008 auf 63,1 Millionen Franken. Nach einem Rückgang auf 23,8 Millionen Franken im Jahr 2011 verzeichnete der Leistungsbericht für das Jahr 2012 wiederum Zuwendungen von 75,6 Millionen Franken. Im vergangenen Jahr weist die Sonderrechnung 57 Millionen Franken an Schenkungen und Legaten aus.

Schenkungen und Spenden sind zunehmend auch zu einer wichtigen Finanzierungsquelle für Bauvorhaben geworden. Um die Rechtsgleichheit unter den Geldgebern und die Transparenz gegenüber der Politik zu garantieren, erliess der ETH-Rat bereits Ende 2007 «Weisungen über den Umgang mit Donatorenleistungen bei Immobilien im ETH-Bereich». Die Weisungen gelten für die Hochschulen Zürich und Lausanne sowie die vier Forschungsanstalten.

Millionen auch für die Universität

Auch die Universität erhält immer wieder Zuwendungen in Millionenhöhe. Die 100 Millionen, welche die UBS im Jahr 2012 für die Gründung des UBS International Center of Economics in Society zur Verfügung stellte, hatten Bedenken bezüglich der Unabhängigkeit und Forschungsfreiheit aufgeworfen, zumal der Vertrag längere Zeit nicht offengelegt worden ist.

Im Januar dieses Jahres war bekannt geworden, dass die Universität und die Jacobs Foundation in den nächsten 20 Jahren rund 70 Millionen Franken in das Jacobs Center für Jugendforschung an der Universität investieren. Damit sollen zur Erforschung der Kinder- und Jugendentwicklung theoretische Ansätze und Methoden aus Psychologie, Soziologie und Ökonomie verbunden werden.

Vergleichsweise bescheiden nehmen sich die 60'000 Franken aus, die der rumänische Prinz, Konsul und Schweizer Tennismeister Dimitrie Sturdza jedes Jahr der Uni zur Verfügung stellt, um die Rumänisch- und Osteuropa-Studien zu unterstützen. Dank der im Oktober 2010 vertraglich festgelegten Schenkung kann jedes Jahr ein Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin während eines Semesters an der Uni unterrichten.

Erstellt: 12.12.2014, 15:54 Uhr

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