Giusep Fry muss abbrechen

Das Baurekursgericht bestätigt den Abbruchbefehl für die illegalen Bauten auf dem Uto Kulm.

Umstrittener Anbau: Das Hotel Uto Kulm auf dem Zürcher Üetliberg.

Umstrittener Anbau: Das Hotel Uto Kulm auf dem Zürcher Üetliberg. Bild: Keystone

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Im letzten Mai befahl die Bau und Planungskommission Stallikon der Hotel Uto Kulm AG, innert sechs Monaten die illegal erstellten Wand- und Dachteile auf der West- und der Südterrasse samt Windfang zu entfernen. Zwei Monate zuvor hatte das Bundesgericht definitiv entschieden, dass diese Bauten nicht bewilligungsfähig sind, da das Hotel auf Stalliker Boden in einer Landwirtschaftszone steht.

Fry befürchtet Abbau von Arbeitsplätzen

Den Abbruchbefehl hat Hotelier Giusep Fry beim Baurekursgericht angefochten. Er verwies auf den Beschluss des Kantonsrates vom 28. Juni 2010, den Uto Kulm einer Erholungszone zuzuteilen, in der die Bauvorschriften mittels Gestaltungsplan weniger einschränkend sind. Es wäre jetzt unverhältnismässig, etwas abzubrechen, was «in absehbarer Zukunft» erlaubt sei, argumentierte Fry. Weiter kritisierte er die kurze Abbruchfrist von sechs Monaten, die keinerlei Rücksicht auf die eingegangenen Kundenreservationen nehme und zum Abbau von Arbeitsplätzen führe.

Doch das Baurekursgericht weist den Rekurs in seinem kürzlich erfolgten Entscheid weitgehend ab. Ein einstweiliger Verzicht auf die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes liesse sich nur dann rechtfertigen, wenn die Rechtsänderung «mit einiger Wahrscheinlichkeit in naher Zukunft verwirklicht wird». Doch könne dies noch Jahre dauern, da gegen den Gestaltungsplan Rechtsmittel ergriffen werden könnten und dies vom Heimatschutz auch schon in Aussicht gestellt worden sei, schreibt das Baurekursgericht. Auch der Nutzungsvertrag, den Stallikon, Uitikon und Zürich mit der Hotel Uto Kulm AG abzuschliessen gedenken, werde von den Beteiligten kontrovers beurteilt.

Sechs Monate Frist genügen

Unter all diesen Umständen könne nicht damit gerechnet werden, dass sich der baurechtswidrige Zustand auf dem Uto Kulm mit einiger Wahrscheinlichkeit in naher Zukunft legalisieren werde. «Der umstrittene Abbruchbefehl erweist sich demnach als verhältnismässig.» Auch an der Frist von sechs Monaten kann das Gericht nichts Unzulässiges erkennen, da der Hotelier wegen des gesamten Verfahrens seit längerem mit der Möglichkeit eines Abbruchs konfrontiert sei.

In einem Punkt gibt das Gericht dem Hotelier recht: Den 4795 Franken Kostenvorschuss für die Kontrolle des Rückbaus, den Stallikon verlangt hat, fehlt die gesetzliche Grundlage. Für den Entscheid muss Fry 5000 Franken Spruchgebühr bezahlen. Ob er den Fall ans Verwaltungsgericht weiterzieht, war gestern nicht in Erfahrung zu bringen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 06.12.2011, 10:25 Uhr

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