Gratis-Büros an der Bahnhofstrasse

Die ZKB beschenkt das Volk: Ab Montag kann man einen Arbeitsplatz am umgebauten Hauptsitz beziehen. Interessierte müssen sich aber sputen.

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Ein Büroplatz an prominenter Lage? Etwa an der Zürcher Bahnhofstrasse? Und erst noch gratis? Was vielen als Wunschtraum erscheint, wird Realität. Wenn auch mit Einschränkungen. Etwa dieser: Der Arbeitsplatz kann nur kurz bezogen werden.

Konkret geht es um einen von 20 Arbeitsplätzen, davon 6 in einem separaten Workshop-Raum an der Bahnhofstrasse 9. Das ist der Hauptsitz der Zürcher Kantonalbank, der gerade umgebaut wurde und am kommenden Montag eröffnet wird. Die Volksbank ist Initiatorin und Patin des «Büro Züri» und stellt die Arbeitsplätze im Parterre an der Ecke Bahnhofstrasse/Börsenstrasse zur Verfügung. Arbeitsplatz bedeutet: Tisch, Lampe, «erstklassiger» Bürostuhl (Eigenwerbung), Anschlüsse für Strom, WLAN und ein Caddy als Stauraum für persönliche Gegenstände. Der Workshop-Raum ist für Videokonferenzen und Präsentationen ausgerüstet. Die Laptops müssen aber selber mitgebracht werden.

Dritter Arbeitsplatz

«Das Konzept ist eine Anlehnung an das Third-Place-Prinzip», erklärt ZKB-Sprecherin Katharina Wälchli. Dabei geht es um die Mobilität des Arbeitsplatzes. First Place ist das Firmenbüro, Second Place das Home Office zu Hause und der dritte Platz ist ausserhalb und soll Begegnungen, Austausch und Inspiration fördern.

Third-Place-Angebote sind in den USA bereits weit verbreitet, die Schweiz steckt noch in den Anfängen. Private bieten Plätze an, vor allem für Geschäftsleute. Auch die SBB haben an den Bahnhöfen Bern und Genf sogenannte Businesspoints eingerichtet, in Shoppingzentren sind solche Büroplätze ein Thema. Überall zahlt man Miete. Nicht bei der Kantonalbank. Dabei sind sogar der Kaffee und das Mineralwasser inklusive. «Es ist ein Geschenk der ZKB an die Bevölkerung», sagt Sprecherin Wälchli.

Das Stunden-Büro

Dieses Geschenk haben schon gut 1200 Personen angenommen, die über 800 Online-Reservationen vorgenommen haben. Mit anderen Worten: Die ersten Wochen sind schon fast ausgebucht. Unter den Interessenten seien Start-ups, kleine Teams aus allen möglichen Bereichen und Einzelpersonen, sagt Projektleiter Peter Schliephake.

Kann man sich nun gemütlich am ZKB-Hauptsitz einrichten? Wälchli verneint. «Gedacht ist das Angebot für eine stundenweise Nutzung.» Man kann höchstens einen Arbeitstag (9 bis 19 Uhr) reservieren. Nicht möglich sind Buchungen etwa für jeden Montag. ZKB-Kunde muss man nicht sein, Reservierungen sind bis zu zwei Monate im Voraus möglich.

Wer kein Glück bei der Reservierung hatte, muss nicht komplett verzweifeln. Gemäss Schliephake gibt es begrenzten Spielraum für kurzentschlossene Bürolisten.

Erstellt: 13.08.2015, 11:00 Uhr

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