Grossmünster-Pfarrerin Käthi La Roche tritt ab

Sie war die erste Frau, die in der Zürcher Kirche predigte – und eine Pfarrerin, die sich nicht vor klaren Stellungnahmen scheute. Jetzt geht Käthi La Roche in Pension.

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Die Zürcher Grossmünster-Pfarrerin Käthi La Roche wird pensioniert. Sie war die erste Frau, die an der «Mutterkirche der Schweizer Reformation» das Pfarramt innehatte. La Roche hatte ihre Pfarrstelle am Grossmünster 1999 angetreten. Rund 500 Jahre nach der Reformation war sie die erste Frau, die in der geschichtsträchtigen Kirche am Zwingliplatz als Pfarrerin auf die Kanzel steigen durfte.

La Roche war nicht nur die erste Frau am Grossmünster - sie war auch eine sehr engagierte Pfarrerin, die sich vor klaren Worten nicht scheute. Immer wieder wurde sie im Laufe der Jahre weit über die Zürcher Stadt- und Kantonsgrenzen wahrgenommen.

Mitfühlende Worte nach dem Tsunami

So sagte sie nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA etwa, diese hätten nicht die «westliche Zivilisation» ins Herz getroffen, sondern die Zentren von Finanz- und Militärischer Macht. Diese Herzen aber seien aus Stein und Stahl - ohne Gefühl für die Nöte der Menschen.

Nach dem Tsunami fand die Pfarrerin Worte für die Gefühle vieler Menschen, als sie einräumte, dass man sich in solchen Situationen leicht frage, ob Gott denn schwerhörig sei. In der überwältigenden weltweiten Anteilnahme, Hilfsbereitschaft und Solidarität zeige sich aber, dass «Gott bereits auf dem Plan ist».

In politisch heiklen Situationen zeigte La Roche stets Verständnis. So etwa im Frühling 2003, als eine Handvoll Jugendliche aus Protest gegen den Irak-Krieg den einen Münsterturm besetzten. Dennoch mussten die jungen Leute den Turm räumen, da dieser eben «auch für edle Anliegen» nicht missbraucht werden dürfe, wie la Roche sagte.

Der imposante Kirchenbau mit den beiden weithin sichtbaren Türmen prägt die Zürcher Altstadt. 1519 wurde Zwingli (1484-1531) als Pfarrer ans Grossmünster berufen. Nach seinem Tod 1531 folgte ihm Reformator Heinrich Bullinger (1504-1575) im Amt nach, das er bis zu seinem Tod innehatte.

(oku/sda)

Erstellt: 23.01.2011, 20:13 Uhr

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