Haie, Feuer und Cup-Trophäen

2018 bildeten in Zürich hitzige politische Diskussionen eine Klammer um ein turbulentes Jahr. Ein Jahresrückblick in zwölf Zahlen.

Tschüss 2018: Ein heisses Jahr geht zu Ende.

Tschüss 2018: Ein heisses Jahr geht zu Ende. Bild: Klaudia Meisterhans

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61 Kilometer lange Holzbeige

Kurz nach dem Jahreswechsel fegte Burglind übers Land, der schlimmste Wintersturm seit Lothar. In den Zürcher Wäldern haben die Orkanböen, die bis zu 170 km/h erreichten, Schneisen von geknickten Fichten hinterlassen. Die Schadholzmenge belief sich auf 122’000 Kubikmeter. Würde man alles zu einer zwei Meter hohen Holzbeige im Stermass aufschichten, würde diese 61 Kilometer lang – oder von Zürich bis fast nach St. Gallen reichen. Weil sich im Hitzesommer die Borkenkäfer im toten Holz ausbreiteten, mussten die Förster es im Akkord aus dem Wald holen.


25 Tage vor der Wahl

Anfang Februar knallte es in der Zürcher Lokalpolitik. SP-Stadträtin Claudia Nielsen gab überraschend bekannt, doch nicht mehr zur Wahl anzutreten. Die SP verlor durch den Rücktritt nach 20 Jahren ihren vierten Stadtratssitz noch vor dem Wahlsonntag.


+7 Sitze im Gemeinderat

Es war eine Überraschung. Die Linke gewann bei den Wahlen 7 Sitze im Gemeinderat dazu und erlangten damit die Mehrheit im Stadtparlament. Die Wirren um Claudia Nielsen schadeten der SP nicht. Sie gewann 4 Sitze. Die Verliererinnen der Wahl: SVP (minus 6 Sitze) und CVP (fiel aus dem Parlament).


+350 offizielle städtische Leihvelos

Es ist in Zürich das Jahr der Leihräder: Der offizielle Anbieter der Stadt Zürich, Publibike, tritt im April mit 350 Velos in den umkämpften Markt ein. Später müssen jedoch alle wieder eingezogen werden, weil die Schlösser einfach zu knacken sind. Sogar eine Totalpleite erlebt Branchenpionier O-Bike. Dafür boomt das Angebot von Konkurrent Lime – vor allem jenes mit E-Trottinetts. Mitte Dezember stehen auf Zürichs Strassen insgesamt 850 Velos zur Verfügung (600 von Publibike, 250 von Lime), dazu 850 E-Bikes (600 von Publibike, 250 von Smide) sowie 360 E-Trottis (300 von Lime, 60 von Bird).


10 Cup-Trophäen für den FCZ

Was für eine Überraschung. Der FCZ schlug im Cup-Final Meister YB 2:1 und vermieste den Bernern die Double-Party. Der FCZ mausert sich vom Aufsteiger zum Cupsieger. Zum 10. Mal in der Geschichte holte sich der Verein die Trophäe.


100'000 Zuschauer an der Rennstrecke

Vermutlich war es das erste und das letzte Zürcher Formel-E-Rennen. Im Juni flitzten die E-Boliden das Seebecken entlang. Die Veranstalter sprachen von einem riesigen Erfolg, der politische Widerstand hielt an, 2019 soll das Rennen in Bern stattfinden.


294,1 Sonnenstunden in Zürich

Was für ein Sommer. Die Sonne schien im Juli 294,1 Stunden lang auf die Messstation in Zürich-Fluntern. Im langjährigen Mittel sind es normalerweise nur 215,2. Dabei schwankten die Temperaturen zwischen 34,2 und 11 Grad.


264 Feuerwehrleute im Einsatz

Um 02:16:42 Uhr ging der erste Notruf bei Schutz & Rettung ein: Grossbrand beim Hauptbahnhof. Die Einsatzkräfte rückten sofort aus, um den Brand am historischen Gebäude zu löschen. 264 Feuerwehrleute und 33 Fahrzeuge standen im Einsatz.


40 Tage Feuerverbot

Am 27. Juli erlässt die Stadt aufgrund der wochenlang anhaltenden Dürre ein Feuerverbot. Die Waldbrandgefahr war zu hoch. Schliesslich kam der Regen, die Lage entspannte sich. Am 4. September wurde das Verbot aufgehoben.


35 besser bewertete Gourmet-Restaurants

«Gault Millau» bewertet Restaurants im Raum Zürich viel besser als im Vorjahr. 21 Restaurants steigerten sich um einen Punkt; hinzu kommen 14, die im Guide neu aufgeführt werden. Und «Koch des Jahres»: Heiko Nieder vom Dolder Grand. Für ihn gabs 19 Punkte.


50+ Artikel zum neuen Stadion

Die Stadtzürcher sagten mit 53,7 Prozent Ja zum neuen Fussballstadion. Die Abstimmung beschäftigte über Monate hinweg die hiesige Politik. Allein der «Tages-Anzeiger» veröffentlichte im vergangenen Jahr über 50 Artikel zum Thema.


2300 Abfallhaie verenden

Weltbekannt, hochgelobt und nun ausrangiert: 2300 Zürcher Abfallhaie sterben einen langsamen Tod. Die Stadt will all jene Kübel, die unbrauchbar werden, mit dem neuen, billigeren Züri-Kübel mit flachem Deckel ersetzen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 30.12.2018, 19:36 Uhr

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