Hallen des Landesmuseums bald wieder im Urzustand

Spezialisten befreien das Landesmuseum von Einbauten der letzten Jahrzehnte. Im Sommer 2009 wird zuerst der erneuerte Bahnhofsflügel eröffnet.

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Die Ruhmeshalle des Landesmuseums wird ihrem Namen nicht mehr gerecht. Seit dem Beginn der Sanierungsarbeiten Ende 2005 wirkt das Gemäuer mit seinen hohen Rundbogenfenstern im Obergeschoss des Bahnhofflügels wenig ruhmvoll: Wo einst Hellebarden, Rüstungen und Kanonen standen, warten Baumaschinen auf ihren nächsten Einsatz. Die Wände sind kahl und aufgebrochen, Bretter lagern am Boden, Gerüste stehen herum, Armierungseisen sind zu sehen, und feiner Staub tanzt im Sonnenlicht. Auch die Säulenhalle im Erdgeschoss präsentiert sich als Baustelle. Handwerker machen Bausünden aus vergangenen Jahren rückgängig: Sie spitzen den Beton zubetonierter Rundsäulen ab, verlegen Steinböden anstelle von Teppichböden und ersetzen Glastüren durch Holztüren.

Die Sanierung hat neben ästhetischen auch praktische Gründe. Das Gebäude genügte nicht mehr den feuerpolizeilichen Vorschriften und befand sich in einem schlechten Zustand. «Es sind auch schon Decken eingestürzt», sagt Architekt Christoph Gantenbein, der das Bauprojekt leitet. Das Landesmuseum sei vor 110 Jahren relativ billig und schlecht gebaut worden, und mit dem neuen Baustoff Beton habe man wenig Erfahrung gehabt. Vom nächsten Sommer an sind in den beiden je 1200 Quadratmeter grossen Hallen nicht mehr eine durchgehende, sondern zwei Dauerausstellungen zu sehen: Die eine zur Sammlung und Sammlungsgeschichte, die andere zur Geschichte der Schweiz.

47 Millionen Franken kostet diese erste von drei Bauetappen. Die Erneuerung der restlichen Flügel erfolgt gestaffelt und soll 2016 abgeschlossen sein. Der Erweiterungsbau, der die beiden Enden des U-förmigen Altbaus verbindet, wird voraussichtlich nächstes Jahr in Angriff genommen und Ende 2013 eröffnet. Der Neubau ist als Brücke geplant, welche eine räumliche und optische Beziehung zwischen Park und Museum kreiert. Die vorliegende Baubewilligung ist noch durch einen Rekurs der Schweizerischen Gesellschaft für Gartenkultur blockiert. «Wir standen noch nie so nahe vor der Realisierung einer Erweiterung», sagt Direktor Andreas Spillmann. Bereits seit den Dreissigerjahren wird über eine Vergrösserung diskutiert.

Die 2100 Quadratmeter grosse Fläche des Neubaus schafft Raum für Wechselausstellungen, die Bibliothek, ein öffentlich zugängliches Zentrum der Studiensammlungen, ein Auditorium sowie ein Restaurant. Nachdem das Architekturbüro Christ & Gantenbein die ursprüngliche Fläche um ein Drittel reduziert hatte, sind die Kosten von 150 auf 111 Millionen Franken gesunken. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.09.2008, 02:43 Uhr

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