Hardturmstadion soll doch kommen

Wende im Stadionstreit: Der Zürcher Stadtrat will das abgelehnte Projekt auf dem Hardturm dennoch bauen. Um die Kosten zu senken, wird ein wesentlicher Teil des Vorhabens geändert.

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Im erneuerten Zürcher Stadtrat geniesst der Bau eines Fussballstadions offenbar wieder hohe Priorität. Dies schrieb die NZZ in ihrer Onlineausgabe. Sie beruft sich dabei auf Aussagen von mehreren Stadträten, allerdings ohne Namen zu nennen. Tatsache ist, dass bis Ende April eine Eingabefrist lief, innert der bei der Stadt neue oder überarbeitete Projekte für ein Fussballstadion eingereicht werden konnten.

Dabei sind fünf oder sechs Vorschläge eingegangen. Bekannt ist auch, dass die Zürcher Fussballclubs zusammen mit der Immobilienfirma Halter eine Lösung auf privater Basis präsentierten. Diese sieht eine Arena mit maximal 20'000 Plätzen vor, sie soll aber nicht auf dem Hardturm gebaut werden, sondern in Altstetten in der Nähe des Sportplatzes Juchhof oder beim Bahnhof Stettbach. Diese Idee allerdings geniesst nicht erste Priorität.

Wohnungen zur Kostensenkung

Bessere Chancen hat eine Ergänzung des im September mit 50,8 Prozent ­abgelehnten Projekts, das knapp 20'000 Plätze vorsah. Das Badener Architekturbüro Burkard Meyer bestätigte gestern, eine entsprechende Eingabe gemacht zu haben. Dahinter steckt die Idee, das Projekt dank neuer Finanzierung günstiger zu gestalten.

Auf dem Areal West, auf dem heute ein Parkhaus steht, sollen durch eine Überbauung mit Wohnungen zu Marktpreisen die Kosten für das Stadion gesenkt werden. Die Opposition im vergangenen Herbst richtete sich nämlich nicht generell gegen das Stadion, sondern gegen die hohen Kosten von 216 Millionen Franken. Zudem wurden für dieses Projekt samt sozialem Wohnungsbau bereits 10 Millionen Franken Planungskosten aufgewendet.

Leupi ist federführend

Die Kehrtwende im Stadtrat lässt sich einerseits auf die Frustration nach der Abstimmungspleite im letzten Herbst zurückführen. Sowohl Sportminister Gerold Lauber (CVP) als auch Hochbauvorstand André Odermatt (SP) erklärten damals resigniert, dass ein Fussballstadion auf dem Hardturm nun gestorben sei. Möglich ist aber auch, dass die beiden neuen Stadträte Raphael Golta (SP) und Filippo Leutenegger (FDP) neue Moti­vation ins Gremium brachten.

Informationen zu einem neuen Stadionwettbewerb und einer frischen Strategie des Stadtrats sind nicht zu erhalten. Federführend ist das Finanzdepartement von Stadtrat Daniel Leupi (Grüne). Die Stadt will erst im September offiziell informieren.

Erstellt: 18.08.2014, 09:42 Uhr

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