Heimatschutz abgewiesen

Ein Anbau an ein Wohnhaus in Wipkingen zerstört das Burgstrasse-Quartier nicht, sagt das Verwaltungsgericht.

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Weil die Arbeiter Ende des 19. Jahrhunderts zu Fuss in die Fabrik im Industriequartier mussten, entstand in Wipkingen unterhalb der Röschibachstrasse ein handwerklich-proletarisches Vorstadtquartier. Davon zeugen unter anderem die Häuser Burgstrasse 14 bis 18, die deswegen unter Schutz stehen. Aus jener Zeit stammt auch das Doppelwohnhaus Hönggerstrasse 20/22, es ist allerdings nicht denkmalgeschützt.

Jetzt will der Besitzer von Haus Nummer 20 die Wohnungen vergrössern, indem er auf der Hinterseite einen dreistöckigen Anbau mit Liftturm erstellt anstelle eines niedrigen Nebengebäudes. Das gefällt dem Nachbarn in Nummer 22 gar nicht; er fürchtet Schatten und eine Attraktivitätsverminderung seiner Liegenschaft. Zusammen mit dem Heimatschutz hat er die vom Stadtrat erteilte Baubewilligung angefochten. Für den Heimatschutz bedeutet der hohe und «klobige» Anbau eine unwiederbringliche Zerstörung der bisherigen, kleinräumlichen Quartierstruktur und eine Beeinträchtigung der denkmalgeschützten Häuser an der Burgstrasse.

Der Neubau ordnet sich unter

Vor kurzem ist diese Beschwerde jedoch abgewiesen worden. Das Verwaltungsgericht bringt unter anderem folgende Gründe vor: Jenes Gebiet befindet sich zwar in der Quartiererhaltungszone, doch bedeutet das nicht, dass daraus der Schutz einzelner Häuser abgeleitet werden könnte. Vielmehr bezweckt die Quartiererhaltungszone einzig die Förderung der Siedlungsqualität.

Das Gericht hält dem Neubau überdies zugute, dass er sich in der Höhe zurücknimmt und dem Hauptgebäude Hönggerstrasse 20 unterordnet. Er trete deshalb «relativ unscheinbar» in Erscheinung und nehme Rücksicht auf die gegenüberliegenden Schutzobjekte. Und weil der Neubau auch alle Bauvorschriften einhalte, müsse der Nachbar den damit verbundenen Schattenwurf und die geltend gemachten Attraktivitäts- und Wertverminderungen «hinnehmen».

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Erstellt: 17.08.2010, 19:38 Uhr

Zerstört das Quartier nicht, sagt das Verwaltungsgericht: Der Anbau an ein Wohnhaus an der Hönggerstrasse, im Bild die Baugespanne. (Bild: Google)

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