Helsinki ist eine Stadt, ein Club... und nun auch ein Label

Der Helsinki-Klub ist neuerdings auch ein Musik-Label. Initiant Tom Rist möchte damit Musiker fördern, deren Arbeit direkt mit seinem Lokal verbunden ist.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Von aussen sieht das Helsinki ziemlich unspektakulär aus. Der Klub besteht aus einer ehemaligen Autogarage auf einem aufgelassenen Stück Industriegebiet an der Geroldstrasse. Wer jedoch durch die Metalltür schreitet, tritt ein in einen gemütlichen Raum. Links steht eine Bar mit Plexiglastresen, vorne die im Zirkusstil bemalte Bühne. An Ersterem werden die beiden besten Bourbons der Welt (Van Winkle und Maker’s Mark) ausgeschenkt, auf Letzterer spielen immer wieder leidenschaftliche Bands; seit der Eröffnung im Dezember 2004 sind hier unzählige Künstler aufgetreten - von Lokalheroen bis zu afrikanischen Geheimtipps - und haben das kleine, sympathische Lokal zu jeder Jahreszeit mit verwegenen Tanzbein-, Tagtraum- und Herzrhythmus-Klängen erfüllt.

Diese Musik will Klub-Betreiber Tom Rist nun auch in konservierter Form anbieten. Zu diesem Zweck hat er vor kurzem gemeinsam mit zwei Partnern das Label Helsinki Records gegründet. An Rists Seite stehen Moritz Zumbühl vom Kreativ-Studio Feinheit sowie der Bühnenschauspieler Christoph Novak, der im Helsinki unter anderem auch die Partyreihe «Soul Stew» betreut. «Wir sind ein Album-Label», erklärt Rist. «Es geht uns darum, unsere Künstler noch besser fördern zu können.»

Sie würden «organisatorische Dienstleistungen» anbieten und so den Musikern den Rücken freihalten, damit sich diese voll auf ihr kreatives Schaffen konzentrieren können. Um die erwähnten Dienstleistungen auch sauber erbringen zu können, wollen sich die Label-Betreiber auf ein bis zwei Alben pro Jahr beschränken.

Als erster Release ist eben das gleichnamige Werk von Admiral James T. & The Bell Garden Four erschienen. Der aus Winterthur stammende Bandleader gastierte in den vergangenen Jahren immer mal wieder im Helsinki und gehört eigentlich fast schon zu den Hauskünstlern. «Für mich war immer schon klar, dass wir das Label mit einer Platte von Admiral James T. lancieren würden», so Rist. «Denn er ist einer der Musiker, die auf unserer Bühne sozusagen gereift sind.»

Über weitere Releases mag der 42-Jährige noch nicht spekulieren, erwähnt allerdings, dass ab November die Sonntags-Shows der Hauskapelle Trio From Hell aufgezeichnet werden. Die tapfere Truppe spielt Ende dieser Woche bereits ihr 212. Konzert auf der Zirkusbühne - und wäre damit natürlich ein erstklassiger Kandidat für einen weiteren Helsinki- Tonträger.

Folgt bald auch noch der Kunstkiosk?

Tom Rist träumt freilich noch von weiteren Ergänzungen zu seiner Unterhaltungsgarage. «Ich hätte gerne einen kleinen Kioski im Helsinki», sagt er. «Dort könnte man dann auch andere geschätzte Sachen anbieten, etwa die Werke des Künstlertrios Milk & Wodka.» Dann legt sich ein nostalgischer Ton in seine Stimme, und er fügt an: «Sehr schön wäre auch ein klassisches Tanzlokal mit einem Swingorchester auf der Bühne.» Wie er das alles in sein Klub-Lokal einbauen will, wird sich zeigen. An Ideen jedenfalls mangelt es nicht. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 17.10.2008, 09:57 Uhr

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Blogs

Sweet Home Zwischen Blau und Grün

Mamablog Weihnachts-Countdown ohne Stress

Die Welt in Bildern

Umstrittene Staatsoberhäupter: Bewohner von Pyongyang verneigen sich zu Ehren des siebten Todestags des nordkoreanischen Dikdators Kim Il Sung vor seiner Statue und deren seines Nachfolgers Kim Jong Il. (17. Dezember 2018)
(Bild: KIM Won Jin) Mehr...