Helvetiaplatz: Befürworter gehen in die Offensive

Flanierzone statt Autopark: CVP, EVP, SP und Grüne warben gestern für die Abstimmungs- vorlage, die mehr Lebensqualität rund um den Helvetiaplatz verspricht.

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Aus der Sicht des überparteilichen Komitees, das für ein kräftiges Ja zur Umgestaltung des Helvetiaplatzes kämpft, findet die grösste Aufwertung in der Molkenstrasse statt: «Weg von der Hinterhofsituation, hin zu einem grossen Platz». So würde der Helvetiaplatz unter dem Amtshaus hindurch in die Molkenstrasse weiterlaufen, und zu einem «Charakterkopf» fürs Langstrassenquartier werden.

Der grüne Gemeinderat Markus Knauss sprach von «einem Baustein mehr in einem Gesamtkonzept für ein verkehrsberuhigtes und lebenswertes Quartier». Der Standort Helvetiaplatz müsse attraktiver werden, um mit der Innenstadt zu konkurrenzieren. Denn der Kreis 4 sei durchaus Stadtzentrum. Man dürfe nicht nur im Raum Bahnhofstrasse investieren. Knauss glaubt zudem, der Molkenstrasse mit der Umgestaltung den «Charme einer Autobahnraststätte» zu nehmen: «Diese Trostlosigkeit muss aufgehoben werden», sagte der grüne Politiker.

Oben 14 Parkplätze fürs Gewerbe

CVP, EVP, Grüne und SP haben gestern gemeinsame Sache gemacht und den Medien dargelegt, weshalb es sich lohne, am 28. September dem 5-Millionen-Kredit zuzustimmen. Im Streit um die Parkplätze, welcher die Gegner der Vorlage auf die Palme bringt, versuchte das Komitee Klarheit zu schaffen: 66 oberirdische Parkplätze würden aufgehoben, in die bestehende Tiefgarage unter dem Amtshaus verschoben und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Sowohl in der Ankerstrasse als auch in der Kanonengasse erhöhe diese Umlagerung die Sicherheit von Fussgängern und Velofahrern. Fürs Quartiergewerbe, für die Post und den Coop bleiben 14 oberirdische Parkfelder erhalten. Der Angst der Gegner, der Suchverkehr könne dadurch eher zu- als abnehmen, trat das Komitee entschieden entgegen. «Die Konzentration auf einen Standort führt zu weniger Suchverkehr», glaubt Ex-Gemeinderätin Katrin Schönenberger (EVP). Die Furcht des Quartiergewerbes vor zu wenig Parkplätzen sei absurd: Auf 1000 Einwohner im Quartier kämen gerade mal 200 Autos - mit sinkender Tendenz. «Niemand aus dem Quartier fährt mit dem Auto an den Helvetiaplatz zum Einkaufen, die meisten Fahrzeuge kommen aus der Agglomeration.»

Fakt sei, sagte Gemeinderat Knauss, dass «80 Prozent der Kunden ohne Auto unterwegs sind». Dass die Leute nicht kommen würden, weil es keine Parkplätze gebe, sei ein «antiquiertes Bild aus den 70er-Jahren». Die städtische Vorlage füge sich in ein Gesamtkonzept für einen lebenswerten Kreis 4. Neben dem Helvetiaplatz dienten auch das Quartierzentrum Aussersihl, eine verkehrsberuhigte Langstrasse sowie die Umgestaltung der Ankerstrasse/Kanonengasse demselben Ziel.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 17.09.2008, 08:37 Uhr

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