Hotel Greulich zum Jubiläum eingerüstet

Nur fünf Jahre, nachdem das Greulich im Kreis 4 eröffnet worden ist, muss die Fassade total saniert werden. Wegen Baufehlern entstanden Risse.

Hotel Greulich eingepackt: Die Risse in der Fassade wurden grösser und grösser. (Bild: Iris C. Ritter)

Hotel Greulich eingepackt: Die Risse in der Fassade wurden grösser und grösser. (Bild: Iris C. Ritter)

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Seit das Designhotel Greulich an der Ecke Herman-Greulich- zur Stauffacherstrasse hinter einem Baugerüst verschwunden ist, brodelt im Quartier die Gerüchteküche. Wie kann ein Gebäude, das erst vor fünf Jahren neu gebaut wurde, bereits zum Sa­nierungsfall werden? Es handelt sich ja nicht um irgendein Hotel.

Gravierende Fehler beim Bau

Das Greulich mit 18 Zimmern und 2 Appartements hat sich mit seiner prägnanten geschwunge­nen Fassade als moderner Klassiker in Aussersihl etabliert. 2006 wurde das Haus gar als eine der besten Bauten Zürichs von der Stadt prämiert.

Für Greulich-Besitzer Thomas B. Brun­ner sind die Baugerüste kein erfreulicher Anblick. Aber es sei ein fast fünfjähriger Leidensweg, der mit der Sanierung seinen Abschluss findet. Brunner: «Beim Bau vor fünf Jahren sind beim Fassadenaufbau gra­vierende Fehler gemacht worden.» Die ausführende Firma benutzte eine neue Bautechnik, die sich längerfristig nicht be­währt hat. Schon im ersten Jahr nach der Hoteleröffnung haben sich feine Risse in der Fassade gebildet. Sie wurden mit den Jahren grösser und breiter. Die Risse seien in erster Linie ein optisches Problem ge­wesen, auf die Stabilität und Sicherheit des Gebäudes hätten sie keinen Einfluss ge­habt.

Dass die Sanierung der Fassade erst fünf Jahre nach dem Neubau in Angriff genom­men wird, erklärt sich damit, dass man lange mit Fachleuten nach einer neuen Methode gesucht und verschiedene Ex­pertisen geprüft habe. Seit Anfang Juli sind die Bauarbeiter der Robert Spleiss AG damit beschäftigt, die alte Fassade abzutragen und einen neuen Verputz anzubringen. Bauführer Edwin Kälin: «Wir liegen gut im Zeitplan. Ende September erstrahlt die Hotelfassade in neuem Glanz, und die Baugerüste und Risse sind weg.»

Juliäumsfeier trotz Staum und Schmutz

Wie hoch sind die Kos­ten, und wer übernimmt die Finanzierung? Der Besitzer will keine Zahlen bekannt ge­ben. Er habe sich, so Thomas B. Brunner, mit der ausführenden Firma auf eine Kos­tenteilung geeinigt. Von einer Schuldzu­weisung will er nichts wissen. «Wir sind aus den Fehlern alle klüger geworden.» Die Geschichte ist für ihn abgeschlossen, er schaue jetzt nach vorn und freue sich auf das Jubiläum.

Trotz Baugerüst und Handwerkern will das Hotel sein 5-Jahr-Jubiläum eine Woche lang mit Gästen, Quartierbewoh­nern und Mitarbeitern gebührend feiern. Ab dem 6. September finden mehrere Ver­anstaltungen statt; unter anderem ist im In­nenhof ein Marktplatz mit verschiedenen Ständen geplant. Dass ihr Haus ausgerech­net zur Jubiläumswoche eingerüstet ist, är­gert Luzia Penner. Die Geschäftsführerin des Greulich hat nervenaufreibende Tage hinter sich. «Die Sanierung macht mir zu schaffen», sagt sie. Das Café vor dem Ho­teleingang sei wegen der Bauerei unbe­nutzbar. Sorgen bereiten ihr auch der stän­dige Staub und Schmutz. Kaum habe das Personal die Zimmer gereinigt, könne es wieder von vorne anfangen. Penner: «Ich bin froh, wenn Ende September ist.» Es sei schwierig, unter solchen Umständen einen Hotel- und Gastrobetrieb mit 40 Mitarbei­tern zu führen.

«Die Stammgäste halten uns die Treue»

Wie hoch der Umsatzrückgang während der Bauzeit ist, will die Hoteldirektorin nicht verraten. Bis jetzt habe sie keine Zim­merstornierungen vornehmen müssen. Das Hotel wird weniger von Touristen als vor allem von Geschäftsleuten gebucht. «Die Stammgäste halten uns die Treue, denn zum Glück liegen die Zimmer im In­nenhof – geschützt vor dem Hämmern der Bohrmaschinen.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.08.2008, 19:00 Uhr

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