«Ich hoffe, ich werde mich danach noch an etwas erinnern»

Die Partygäste aus dem Ausland bereiten sich mit einem Grillabend auf die Street-Parade vor. Schutz und Rettung Zürich hat derweil in der Stadt zwei Duschen installiert, die für Abkühlung sorgen sollen.

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Die ersten internationalen Partygäste richten sich bereits am Freitagmorgen auf dem Campingplatz Wollishofen ein. So auch die zehnköpfige Italien-Delegation aus Cremona, nahe Mailand: «Ich bin zum ersten Mal dabei», sagt die 21-jährige Luisa. Ihre Freunde hätten ihr von der Riesenparty vorgeschwärmt und jetzt wolle sie sich das auch mal ansehen. Was erwartet sie am Samstag? «Laute Musik, viele Leute und Hitze.»

Luisa und ihre Freundin sind die einzigen Mädchen in der Gruppe und bekommen ein kleines Extrazelt neben dem grossen Hauptzelt der Männer. Die Jungs arbeiten mit vereinten Kräften am Aufbau ihrer Zeltfestung. Sie haben Stühle, Campingtischchen und Luftmatratzen mitgebracht.

«Ein riesiger Karneval»

«Die Street-Parade ist ein riesiger Karneval mit verrückten Leuten. Das macht Spass», sagt der 28-jährige Fabio, der bereits letztes Jahr dabei war. Sobald die Zelte aufgestellt und alles eingerichtet ist, werden sich die Italiener gemütlich mit einem Grillabend auf den morgigen Partymarathon einstimmen.

«Natürlich wäre es schön, wenn wir in der Nacht nicht geweckt würden. Aber damit muss man halt leben», sagt Helge Kremer aus Aachen gelassen. Sie verbringt bereits seit sechs Jahren ihre Ferien auf dem Campingplatz Wollishofen und hat schon so manchen Grossanlass miterlebt.

Ausruhen wollen sich auch die zehn Italiener – aber erst am Sonntag. «Dann erholen wir uns von den Strapazen und am Montag reisen wir nach Hause», erklärt Marco. Sein erklärtes Ziel für die zweite Street-Parade des 27-Jährigen: «Ich hoffe, ich werde mich danach noch an etwas erinnern.»

Flipflops zu Hause lassen

Damit aus diesem Vorsatz etwas wird, sollten er und alle anderen Street-Parade-Teilnehmer darauf achten, genügend Wasser zu trinken, rät Roland Portmann von Schutz und Rettung Zürich. An verschiedenen Orten entlang der Paradenroute steht kostenloses Trinkwasser zur Verfügung. Am Utoquai und am Bürkliplatz hat Schutz und Rettung Zürich zudem zwei Sprühduschen aufgebaut, die für die Erfrischung der Tanzwütigen sorgen sollen.

Doch das grösste Problem, gegen das die Einsatzkräfte von Schutz und Rettung kämpfen, sind laut Portmann Schnittwunden. «Wegen dem warmen Wetter sind viele Leute in offenen Schuhen unterwegs und schneiden sich an Abfall und Scherben, die auf dem Boden liegen», sagt Portmann. Also am besten die Flipflops zu Hause lassen und mit geschlossenem Schuhwerk antanzen.

Drogenfahnder drücken kein Auge zu

«Nicht vergessen: Immer wieder ein Schattenplätzchen aufsuchen oder einen Sonnenschutz mitnehmen und gemässigt Alkohol konsumieren, sonst droht ein Kreislaufkollaps», mahnt Portmann.

Falls doch etwas passieren sollte, ist für rasche medizinische Versorgung gesorgt. «Es werden zwei Sanitätsschiff im Einsatz sein, weil der Transport über Wasser schneller ist als an Land», sagt Adrian Feubli, Sprecher der Zürcher Stadtpolizei. Für die Polizei ist die Street-Parade nach dem 1. Mai personell die zweitgrösste Veranstaltung des Jahres.

Neben uniformierten Ordnungshütern werden auch zivile unterwegs sein – zum Beispiel Betäubungsmittelfahnder. Einzig wegen zu grosser Pupillen werden sie jedoch nicht eingreifen. «Wenn wir aber Hinweise auf Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz erhalten oder eine Fremd- oder Eigengefährdung besteht, drücken wir aber auch an der Street-Parade kein Auge zu», sagt Feubli.

Erstellt: 10.08.2012, 15:34 Uhr

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