«Ich möchte in meinem Spiegel-Bikini begraben werden»

Colette Steinle-Murer und ihre Magic Dancers sind von der Street-Parade nicht wegzudenken. Wie sie mit ihrem sexy Tanzstil einheizen wollen und warum ihr Spiegelkostüm sogar in der Playboy Mansion Furore machte.

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Frau Steinle-Murer, bei Ihnen in Los Angeles ist es gerade 23 Uhr. Ich werde mich mit dem Interview beeilen…
Sie stören nicht. Wir haben gerade gegessen und gehen danach aus. Hier fängt ja alles etwas früher an als bei uns. In Zürich geht die Party erst um 5 Uhr richtig los.

Sie kommen extra zur Street-Parade wieder zurück nach Zürich. Wie oft waren Sie schon dabei?
Seit über zehn Jahren bin ich dabei. Immer auf einem Lovemobile. Seit 20 Jahren bin ich im Showbusiness tätig. Wenn man eine solche Leidenschaft für das Tanzen hat, dann lebt man dafür. In diesem Jahr treten wir auf dem Friends-of-Street-Parade-Wagen auf. Carl Cox wird an den Plattentellern stehen. Das ist ein Hammer DJ. Ich liebe seinen Groove und freue mich mega darauf, mit ihm aufzutreten. Das ist genau der Sound, den ich brauche, um alles zu geben und meine volle Power auszuspielen. So kann der Funke auf das Publikum überspringen.

Wie springt denn der Funke über?
Es genügt nicht, auf der Bühne zu stehen und einfach schön auszusehen. Gut aussehen gehört zwar dazu, aber man muss auch auf die Menschen eingehen, die zuschauen. Ich habe Blickkontakt mit ihnen, werfe ihnen eine Rose zu, lache sie an. So entsteht eine Verbindung zwischen Künstler und Publikum. Das ist sehr wichtig und kommt gut an. Und die Leute geben mir viel zurück. Einige kennen mich bereits und rufen mir dann beim Tanzen zu: «Hey, Colette, do it!» oder «Magic». Das ist unbeschreiblich.

Sie sind ja jetzt schon ganz euphorisch. Können Sie überhaupt noch auf die Street-Parade warten?
Ich freue mich wirklich extrem auf die Street-Parade in Zürich. Es ist einfach die schönste der Welt und es ist das Grösste für eine Tänzerin, auf einem Lovemobile zu stehen und seiner Leidenschaft nachzugehen. Das ist eine Freiheit, die man sonst so nie spürt. Am Tag sieht man auch die Gesichter der Menschen besser als im dunklen Klub. So kann man besser auf sie eingehen. Das ist real, das ist face to face. Wenn es jedes Weekend eine Street-Parade gäbe, würde ich wohl ewig leben. Aber es muss einmalig und speziell bleiben.

Trainieren Sie extra für die Street-Parade?
Ja, wir trainieren in meiner Tanzschule und üben Choreographien ein. Das ist wichtig. Alles muss stimmen. Das beginnt bei der Kondition und endet bei der richtigen Ernährung. Schliesslich muss man fünf Stunden durchhalten, da braucht man mindestens die richtige Dosis Vitamin C.

Wie sieht Ihre Choreographie für die Street-Parade aus?
Es ist Showdance mit einfachen, sexy Bewegungen.

Was heisst sexy?
Der Körper interpretiert die Musik, er verbindet sich quasi mit dem Sound. Das können langsame, fliessende, aber auch heftige Bewegungen sein. Hinzu kommt die Ausstrahlung. Eine Tänzerin muss Personality haben, sie muss etwas geben und den Leuten einheizen können.

Und dann spielt sicher auch das Outfit eine Rolle. Ihre Spiegel-Bikinis haben Furore gemacht!
Ja, das war an der ersten Street-Parade, an der wir dabei waren. Den Leuten ist das so eingefahren, dass wir die Kostüme später in anderen Variationen wieder getragen haben. Mittlerweile ist es unser Markenzeichen. Ich habe den Spiegel-Bikini auch hier in L.A. an einer Pyjama-Party in der Playboy Mansion getragen. Die Leute sind ausgeflippt. Das hat für viel mehr Aufsehen gesorgt, als all die Strapse und Dessous. An der Street-Parade kam es sogar schon einmal vor, dass man gesagt hat, wir seien zu sexy angezogen. Wer zu wenig an hat, ist immer ein wenig skandalös. Unsere Kostüme sind aber ästhetisch und wirken nie billig.

Haben Sie nach 20 Jahren nicht genug davon, leicht bekleidet auf einer Bühne oder einem Lovemobile zu tanzen?
Nein! Nein!!! Ich will mich als Künstlerin immer weiterentwickeln und nicht stehen bleiben. Auch meine Zeit in L.A. gab mir viel Inspiration. Jetzt habe ich jede Menge neue Ideen im Kopf, die ich auf der Bühne in Zürich umsetzen will. Für mich könnte es immer so weitergehen. Ich möchte am liebsten in meinem Spiegel-Bikini begraben werden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.08.2011, 11:10 Uhr

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