Initiative gegen Umgestaltung der Allmend

Die Allmend Brunau soll so bleiben, wie sie ist, fordert die Partei für Zürich. Das würde bedeuten: keine Skateranlage für Jugendliche.

Der Kiosk auf der Allmend ist für Hündeler ein beliebter Treffpunkt.

Der Kiosk auf der Allmend ist für Hündeler ein beliebter Treffpunkt. Bild: Peter Lauth

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«Das Naherholungsgebiet in Zürich-Süd, die Allmend Brunau, darf nicht zubetoniert werden», sagte Susi Gut, Vizepräsidentin der Partei für Zürich (PFZ), am Dienstag an einer Pressekonferenz. Vorgesehen ist, dass zwischen Sportplätzen und der Allmendstrasse eine Skateranlage mit Garderobengebäude entstehen soll. Das passt einigen Leuten aus dem Quartier nicht – und das passt vor allem der PFZ nicht. «Für den Bau dieser Anlage würden 12'000 Quadratmeter Wiese in Beton verwandelt», betont Gut, und das sei nicht vertretbar. Auf der Allmend sei ein Skaterpark überflüssig, zumal es eine solche Anlage schon bei der Kornhausbrücke gebe sowie zwei weitere beim Heerenschürli und beim Werdhölzli gebaut würden.

Initianten fordern «freie» Allmend

Verhindern will die PFZ die künstlichen Eingriffe auf der Allmend mit einer Initiative. Sie möchte die heutige Erholungszone – mit Ausnahme der Saalsporthalle – wieder in eine Freihaltezone umwandeln. In der Freihaltezone gelten laut Pio Marzolini, Pressesprecher des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements, strengere Vorschriften. Die bestehenden Sportanlagen wären davon nicht betroffen, da es für sie eine Bestandesgarantie gebe, aber der Neubau der Freestyleanlage wäre nicht mehr möglich. Die Zuweisung in eine Freihaltezone richte sich daher offensichtlich gegen den Bau der Skateranlage.

Startschuss für die Initiative ist heute Mittwoch. Laut Markus Schwyn, Präsident der PFZ, gelte es, innerhalb von sechs Monaten 3000 Unterschriften zu sammeln «Im Unterschriftensammeln haben wir grosse Übung», meint Susi Gut. Immerhin hat Zürich kleinste Partei erst kürzlich den Zuzug des Club of Rome verhindern können.

Weshalb hat die Partei nicht letztes Jahr das Referendum ergriffen, als im Gemeinderat die Zonenänderung beschlossen wurde? «Es war zeitlich gar nicht möglich, wir waren 2007 wegen des Club of Rome engagiert. Inzwischen haben wir aber festgestellt, dass der Leidensdruck in der Bevölkerung wächst – und auch ihr Misstrauen gegenüber Grün Stadt Zürich», sagt Schwyn. Deshalb sei jetzt der richtige Zeitpunkt für die Initiative.

Angst vor einem «Europapark»

Die PFZ befürchtet, die Allmend könnte zu einem Vergnügungspark, einem «Europapark» verkommen – nicht nur wegen der Skateranlage, sondern auch wegen des von Stadt und Kanton ausgearbeiteten neuen Nutzungskonzepts für die Allmend: Geplant sind eine Renaturierung der Sihl und eine Neugestaltung der Allmend in verschiedene Zonen: eine für Familien mit Kindern, eine für Sportler, eine für Hündeler. So soll das Gebiet für die Bevölkerung attraktiver werden und gleichzeitig vor Hochwasser besser geschützt werden. Die Sihl wird dann durch ein doppelt so breites Bett fliessen und Schleifen ziehen können. Es entstehen Buchten und Kiesinseln. Aufgehoben werden hingegen sollen zum Beispiel der unter Hündelern beliebte Kiosk und die Kastanienallee. Doch es harzt: Vom städtischen Heimatschutz ist ein Rekurs gegen die Sihlrenaturierung hängig, ein weiterer Rekurs blockiert die Skateranlage.

Pläne haben Zeit und Geld gekostet

Die Bevölkerung sei von den zuständigen Stellen schlecht über die geplanten Umnutzungen informiert worden, kritisiert die PFZ. Das lässt Paul Bauer, Leiter Fachbereich Planung und Bau Grün Stadt Zürich, nicht gelten. Er listet auf, dass seit 2003, als das Nutzungskonzept vorgestellt wurde, fast jedes Jahr ein Rundgang, ein Workshop, eine Begehung vor Ort oder eine Presseinformation stattgefunden habe.

Pikanterweise will die PFZ mit ihrer Initiative «Freie Allmend» etwas umstossen, das schon einige 100'000 Franken und vor allem sehr viel Zeit gekostet hat. Den Kredit von rund 4,5 Millionen Franken für die Freestyleanlage hat der Gemeinderat bereits im November 2004 gesprochen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 24.09.2008, 08:34 Uhr

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