Ja zu weiterer Aufwertung in Aussersihl

Die Stadt kann die Umgebung des Helvetiaplatzes aufwerten und Parkplätze unter den Boden verschieben. Das Volk sagte klar Ja zum 5-Millionen-Kredit.

Die Molkenstrasse erhält breitere Trottoirs und mehr Bäume – aber erst 2014.

Die Molkenstrasse erhält breitere Trottoirs und mehr Bäume – aber erst 2014.

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Mit 46’142 zu 32’576 Stimmen und einem Ja-Stimmen-Anteil von 58,6 Prozent haben die Stimmberechtigten am Sonntag die Vorlage zur Aufwertung des Helvetiaplatzes im Kreis 4 angenommen. Alle Stadtkreise waren dafür, mit mehr als 66 Prozent am deutlichsten der betroffene Wahlkreis 4+5. Mit 52 Prozent am tiefsten lag der Ja-Stimmen-Anteil im Kreis 12. Die Stimmbeteiligung betrug 38 Prozent.

Damit wird der Weg frei für die Stadt, 66 oberirdische Parkplätze in der Molken- und Ankerstrasse sowie in der Kanonengasse aufzuheben und dafür gleich viele Parkplätze in der Tiefgarage unter dem Helvetiaplatz öffentlich zugänglich zu machen. Die Molkenstrasse, wo 14 Kurzzeitplätze bestehen bleiben, soll mit grosszügigen Trottoirs und neuen Bäumen verschönert werden. Realisiert wird das 5-Millionen-Projekt allerdings erst 2014/2015, zusammen mit der Sanierung des Amtshauses Helvetiaplatz.

Zur Abstimmung war es gekommen, weil FDP und SVP das Behördenreferendum gegen die vom Stadtrat, SP, Grünen, CVP und EVP unterstützte Vorlage ergriffen hatten. Dagegen kämpfte auch das lokale Gewerbe, das sinkende Kundenzahlen und Einnahmen befürchtete.

Genner: «Unsere Strategie geht auf»

Stadträtin Ruth Genner (Grüne) zeigte sich «sehr erfreut» über das klare Ja, vor allem auch über jenes im Wahlkreis 4+5. «Unsere Aufwertungsstrategie im Kreis 4 geht auf», sagte sie vor den Medien. Die Situation für Fussgänger und Velofahrer an der Molkenstrasse werde sich deutlich verbessern. Befürchtungen des Gewerbes trat sie entgegen. Die Parkplätze würden im Verhältnis 1:1 in die Tiefgarage verschoben, und 14 oberirdische Kurzzeitparkplätze blieben bestehen, wovon das Gewerbe profitiere. Für Genner war es die erste Abstimmungsvorlage, die sie als Tiefbauvorsteherin zu vertreten hatte.

Freude herrschte auch bei SP-Vizepräsidentin Beatrice Reimann: «Die Stimmbürger haben begriffen, dass sich Investitionen in den Kreis 4 lohnen.» In dem Quartier sei augenfällig eine Verbesserung im Gang, jetzt gelte es, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen. Eine Verkehrsberuhigung sei immer «eine lohnende Investition», welche die Attraktivität der Umgebung steigert, sagte Reimann.

Markus Knauss, Gemeinderat der Grünen, sprach von einem «kleinen, aber wichtigen Baustein für die Aufwertung des Langstrassenviertels». Das jetzige Abstimmungsresultat zeige, dass eine Mehrheit die Dominanz des Autoverkehrs reduzieren möchte.

«Dem Gewerbe wird geschadet»

Auf der Gegenseite machte sich Ernüchterung breit. FDP-Präsident Urs Egger: «Schade, das wird dem Gewerbe dort schaden, und mit dem Geld könnte man im Kreis 4 Gescheiteres machen.» Egger kündigte an, die FDP werde auch bei künftigen Parkplatzvorlagen wieder aktiv werden. Parkplätze würden auf die Wahlen 2010 hin zum «wichtigen Thema». SVP-Fraktionschef Mauro Tuena kommentierte: «Eine Vorlage, mit der man Autos drangsalieren kann, hat es in Zürich einfach.» Wegen der zahlreichen Wahlen und Abstimmungen fehle den Parteien zunehmend das Geld für einen richtigen Abstimmungskampf.

Enttäuscht zeigte sich auch Erich Burri, Präsident des Gewerbevereins Zürich 4. «Wir wollten, dass der Helvetiaplatz so bleibt, wie er ist.» Jetzt befürchtet er Einbussen für das Gewerbe und womöglich eine Verschlechterung der Sicherheitssituation, wenn die oberirdischen Parkplätze aufgehoben werden und dadurch die Sozialkontrolle nachlässt. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 28.09.2008, 22:14 Uhr

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