Jedem zweiten Mieter an der Weststrasse gekündigt

Jahrzehntelang erduldeten Familien an der ehemaligen Transitachse den Dreck und Lärm. Jetzt wird sie zur Luxusmeile umgebaut – und laut einer TV-Sendung wird jeder zweite Mieter auf die Strasse gestellt.

Weststrasse gesperrt: Kaum ist der Verkehr weg, müssen viele Mieter ihre Wohnungen verlassen.

Weststrasse gesperrt: Kaum ist der Verkehr weg, müssen viele Mieter ihre Wohnungen verlassen. Bild: Keystone

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Seit die Weststrasse im letzten Sommer für den Durchgangsverkehr gesperrt wurde, befindet sich der Quartierteil im Umbruch. Zahlreiche Häuserbesitzer sanieren ihre Liegenschaften oder bauen sie gar neu. So wird ein heruntergekommener Bürokomplex in ein luxuriöses Wohnhaus umgebaut, in dem die Eigentumswohnungen zwischen zwei und drei Millionen Franken kosten, wie «Schweiz aktuell» berichtet.

Von den Umwälzungen an der Weststrasse sind laut SF die Mieter in jedem zweiten Haus betroffen. Kaum ist der Dreck und Lärm der täglich zehntausenden Autos verschwunden, müssen die Bewohner der günstigen und oft heruntergekommenen Wohnungen ihre Bleibe verlassen. Nachdem sie jahrzehntelang den unattraktiven Wohnort belebten, haben sie nun kaum etwas von der Verkehrsberuhigung.

Wirkungsloses Schreiben der Stadt

Die Stadt Zürich hat versucht, mit einem Brief den Hausbesitzern ins Gewissen zu reden und sie gebeten, den Mietern «sozialverträglich zu kündigen». Angesichts der hohen Renditen, welche sanierte Liegenschaften in der künftigen Flanierzone abwerfen, scheint sich davon jedoch kaum ein Besitzer beeinflussen zu lassen.

«Die Stadt kann nur innerhalb der Bau- und Zonenordnung vorschreiben, was auf einem Grundstück möglich ist», sagt Brigit Wehrli-Schindler, die Stadtplanerin Zürichs. Darüber hinaus seien der Stadt die Hände gebunden. (ep)

Erstellt: 10.02.2011, 08:54 Uhr

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