«Jeder Dritte ist ein Freier»

Bevor der Strichplatz in Betrieb genommen wird, organisiert die Stadt einen Tag der offenen Türe. Projektleiter Michael Herzig sagt, weshalb Freier da sein werden und wieso es keinen Wurststand gibt.

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Am 24. August findet auf dem Strichplatz ein Tag der offenen Türe statt. Solche Anlässe sind üblicherweise begleitet von einem Wurststand oder einer Hüpfburg für Kinder. Wie muss man sich das bei dieser für die Schweiz einmaligen Einrichtung vorstellen?
Es findet sicher keine Chilbi statt, einen Wurststand oder Spielplatz gibt es nicht. Es geht darum, die Anrainer und die Bevölkerung von Altstetten zu informieren. Dazu braucht es keinen Apéro, sondern sachliche Information aus erster Hand.

Nichts zu essen und zu trinken, ist das nicht etwas trostlos?
Sachlich informieren ist nicht zwingend trostlos, sondern der Sache dienlich. Es ist das Gegenteil von Voyeurismus.

Werden Stadträte für die Bevölkerung da sein?
Die operativ Verantwortlichen des Sozial-, Polizei- und Gesundheitsdepartements sind auf dem Platz und werden alle Fragen beantworten, die es überhaupt gibt. Stadträte sind keine anwesend.

Sind Prostituierte anwesend?
Nein, sie haben gerne eine gewisse Diskretion.

Werden Freier vorbeikommen?
Sie sind Teil der Bevölkerung. Statistisch gesehen ist jeder dritte Mann ein Freier, unter den Besuchern wird es also auch Freier haben.

Geben Sie Kondome ab?
Nein, der Platz ist dann noch nicht in Betrieb.

Sollen Eltern mit ihren Kindern den Strichplatz besuchen?
Auf der Baustelle hatten wir bereits eine ganze Familie. Wir haben sie gebeten, wieder zu gehen. Wenn Eltern am 24. August mit ihren Kindern die Freizeit in Altstetten verbringen wollen, dann ist der Strichplatz nicht der richtige Ort. Wenn sie die Prostitution kindgerecht erklären können, dann steht einem Besuch nichts im Weg.

Erstellt: 16.08.2013, 14:05 Uhr

Michael Herzig, Projektleiter Strichplatz der Stadt Zürich. (Bild: Dominique Meienberg)

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