Jetzt will Rot-Grün am Rosengarten die Autos ausbremsen

63 Prozent Nein zum Tunnel – der Milliardenbau scheitert überraschend klar. Nun soll die Stadt Lösungen bringen. Eine davon: Temporeduktion.

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Nach dem unerwartet wuchtigen Nein zum Rosengartentunnel hat die ­geistige Mutter des Projekts genug: Die Volkswirtschaftsdirektorin des Kantons Zürich, Carmen Walker Späh (FDP), sagte gestern, nun seien andere am Zug – besonders die Tunnelgegner aus der Stadt. Diese sollen jetzt aufzeigen, wie sich das Verkehrsproblem an der Rosengartenstrasse lösen lässt. Lesen Sie hier das Interview mit Carmen Walker Späh.

An der Medienkonferenz des Zürcher Stadtrats herrschte am Sonntag eine bemerkenswert entspannte Stimmung. Die rot-grüne Stadtregierung fand die Worte wieder, nachdem sie im Abstimmungskampf noch vielsagend geschwiegen hatte, hin- und hergerissen zwischen Loyalität zur Kantons­regierung und zur eigenen, tunnelkritischen Basis. Am deutlichsten wurde AL-Tiefbauvorsteher Richard Wolff: Die ­Variante mit Strassentunnel sei nun «beerdigt», sagte er. «Ich bin in erster Linie froh, dass wir ein klares Verdikt haben und weiterschauen können.»

«Wir müssen realistisch sein: Es wird sehr lange gehen, bis wir zu einer Lösung kommen.»Stadtpräsidentin Corine Mauch

Was für Lösungen ihm vorschweben, wollte er nicht sagen. Dafür es sei zu früh, auch aus Rücksicht auf Walker Späh. Ohne den Kanton geht am Rosengarten aber nichts, das ist dem Stadtrat bewusst. Wolff verwies auf Ideen des Architekturmagazins «Hochparterre». Zwei davon hatte er vor seiner Stadtratskarriere selber propagiert: Rückbau der Rosengartenstrasse zu einer lebhaften Stadtstrasse nach Modell der Badenerstrasse und den Bau einer Tramlinie. Weitere Ideen sind: Temporeduktion – wie auch von SP und VCS gefordert –, Reduktion des Verkehrs um zwei Drittel und eine Belebung des Strassenraums mit breiten Trottoirs, Baumalleen und Läden im Erdgeschoss.

Wie Letzteres funktionieren soll, ist offen. Gemäss dem Anti-Stau-Artikel in der Verfassung muss ein Spurabbau auf einer Kantonsstrasse anderswo kompensiert werden. Wolff ist zuversichtlich, eine Lösung zu finden. Zurückhaltender ist Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP). Sie wäre «sehr überrascht», wenn nach jahrzehntelangem Ringen nun plötzlich das «Ei des Kolumbus» auftauchen sollte. «Wir müssen realistisch sein: Es wird sehr lange gehen, bis wir zu einer Lösung kommen.»

Erstellt: 09.02.2020, 22:39 Uhr

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