Juso wollen Kulturzentrum für
25 Millionen Franken

Die Jungsozialisten der Stadt Zürich haben eine Volksinitiative für ein interkulturelles Zentrum eingereicht. Betreiben soll es die Stadt. Der damit verbundene Kredit sorgt bereits für Widerstand.

Die Juso wollen, dass Mittellose beispielsweise Sprachkurse im Kulturzentrum ohne Bezahlung besuchen können: Eine Frau lernt Schweizerdeutsch. (Archivbild)

Die Juso wollen, dass Mittellose beispielsweise Sprachkurse im Kulturzentrum ohne Bezahlung besuchen können: Eine Frau lernt Schweizerdeutsch. (Archivbild) Bild: Keystone

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Die Jungsozialisten der Stadt Zürich reichen heute die Volksinitiative «Für ein weltoffenes Zürich – Kulturaustausch statt Fremdenfeindlichkeit» ein. Wie die Juso mitteilen, hat die Partei im vergangenen halben Jahr rund 4100 Unterschriften gesammelt. 3000 Signaturen wären nötig gewesen, damit die Initiative zustande kommt. Diese hat ein Kulturzentrum zum Ziel, in dem der Austausch zwischen ausländischen und schweizerischen Stadtbewohnern gefördert wird. Die Juso wollen damit «Fremdenfeindlichkeit bekämpfen und gesellschaftliche Solidarität erreichen».

Neben «interkulturellen Veranstaltungen» sollen in diesem Zentrum unter anderem Sprachkurse von qualifizierten Lehrern angeboten oder betreute Spielräume für Kinder eingerichtet werden. Die Angebote sollen allen offenstehen, der Aufenthaltsstatus von Ausländern soll dabei keine Rolle spielen. Die Juso wollen, dass Mittellose Kurse ohne Bezahlung besuchen können und die Stadt das Kulturzentrum führt und finanziert. Für den Um- oder Neubau eines geeigneten Gebäudes soll Zürich einen Kredit von maximal 25 Millionen Franken sprechen. Findet sich ein Objekt zur Miete, soll diese pro Jahr maximal eine Million Franken betragen.

Unterstützung der Mutterpartei – Gegenwind von der SVP

«Wir freuen uns darüber, dass die Bevölkerung von Zürich dem Anliegen positiv entgegengekommen ist und wir mit Leichtigkeit mehr Unterschriften sammeln konnten», sagt Oliver Heimgartner, Pressesprecher der Juso Stadt Zürich und Vertreter des Initiativkomitees. Auch in der Stadt Zürich gebe es viel Fremdenfeindlichkeit. «Wir wollen mit dieser Initiative den Migrationsdiskurs positiv konnotieren und mit dem Pilotprojekt zu einer neuen Art der Migrationspolitik aufrufen.» Anstelle von Integration und Anpassung wollen die Juso den Austausch zwischen Menschen mit verschiedenem Hintergrund ins Zentrum stellen.

Die Mutterpartei hat die Initiative und die Unterschriftensammlung mitunterstützt. «Wir stehen für ein weltoffenes Zürich und sind froh, engagieren sich die Jungen für dieses Thema», sagt Co-Präsident Marco Denoth. Gerade nach der jüngsten Budgetdebatte ist klar, dass es das Begehren der Jungsozialisten nicht einfach haben wird. Dessen ist sich Denoth bewusst: «Die Finanzen werden zu reden geben.»

Das steht auch für SVP-Fraktionschef Mauro Tuena fest. Er appelliert an die Verantwortung gegenüber dem Steuerzahler. «Die Budgetdebatte hat gezeigt, dass in der Stadt Zürich in den kommenden Jahren massive Sparanstrengungen nötig sind. Da steht ein solches Vorhaben mit diesen hohen Kosten schräg in der Landschaft.» Es gebe in Zürich bereits genügend Projekte, welche die Integration förderten – etwa in jedem Stadtkreis ein Gemeinschaftszentrum. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.12.2014, 12:13 Uhr

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