Kampagne gegen Steiner wird auf Wikipedia fortgeführt

Um den Wikipedia-Eintrag der Regierungsratskandidatin Silvia Steiner erfolgte in den letzten Tagen ein editorialer Schlagabtausch. Nun ist offenbar klar, wer dahinter steckt.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit: Silvia Steiner.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit: Silvia Steiner. Bild: Keystone

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Der Wikipedia-Eintrag von Silvia Steiner hat in den letzten Tagen einen Popularitätsschub erhalten (siehe Grafik unten). Interessant ist, dass dessen Inhalt in den letzten Tagen mehrfach verändert wurde, wie der «Blick am Abend» berichtete. Einer der Verfasser agiert unter dem Pseudonym «Laminelli», dessen Ähnlichkeit zu Ludwig A. Minelli nicht zu übersehen ist. Der Jurist wird verdächtigt, Verfasser des Steiner-Flugblatts zu sein, das diese Woche an diverse Zürcher Haushalte versendet wurde. Er ist zudem Gründer Sterbehilfeorganisation Dignitas.

Plötzlicher Interessensanstieg: Die Zugriffe auf den Wikipedia-Eintrag von Silvia Steiner.

Nun verdichten sich die Hinweise, dass der Verfasser aus dem Umfeld der Organisation stammt. Auf dem Wikipedia-Benutzerkonto von Laminelli ist seit Donnerstag folgende Notiz enthalten: «Dieses Benutzerkonto wurde gegenüber dem Support-Team mit einer E-Mail-Adresse von dignitas.ch verifiziert.»

Inhalt mehrfach geändert

Die Versionsgeschichte des Eintrags Silvia Steiner dokumentiert, dass «Laminelli» am 16. März eine Änderung verfasste. Diese wurde jedoch gleich am nächsten Tag von einem anderen Benutzer gelöscht. Wenige Stunden später wiederholte sich der editoriale Schlagabtausch. «Laminelli» ist seit 2008 als Wikipedia-Autor aktiv. In dieser Zeit bearbeitete er auch die Seiten von Ludwig A. Minelli sowie der beiden Sterbehilfeorganisationen Dignitas und Exit.

Auslöser dieses «edit wars» ist eine mehrseitige Broschüre, in der Regierungsratskandidatin Steiner diskreditiert wird. Als Absender fungiert das «Überparteiliche Komitee Selbstbestimmung am Lebensende». Im Flugblatt hiess es unter anderem, die CVP-Regierungsratskandidatin sei eine «Gefahr für die Demokratie und die Selbstbestimmung am Lebensende». Deshalb dürfe sie «auf keinen Fall Regierungsrätin» werden. Steiner reichte in der Folge Strafanzeige gegen Unbekannt ein.

(mrs)

Erstellt: 19.03.2015, 18:33 Uhr

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