Kelso bleibt verschollen

Noch immer kein Lebenszeichen des Kapuzineräffchens. Der Zoo setzt weiter auf «Kommissar Zufall» – und hofft auf einen milden Herbst.

Tiefe Temperaturen würden dem kleinen Affen zusetzen: Kelso ist noch immer nicht in den Zoo zurückgekehrt.

Tiefe Temperaturen würden dem kleinen Affen zusetzen: Kelso ist noch immer nicht in den Zoo zurückgekehrt. Bild: ZVG

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Seit nunmehr elf Tagen fehlt Kelso im Zürcher Zoo. Ob das anderthalbjährige Gelbbrust-Kapuzineräffchen noch lebt, weiss niemand. Das Tier ist am Montag vor einer Woche in den Graben seines Geheges gefallen und dann in den Wald geflüchtet. Sichtungen gibt es seither keine mehr. «Wir tappen im Dunkeln», sagt Robert Zingg, der Kurator des Zoos.

Nach Kelsos Verschwinden haben sich mehrere Personen beim Zoo gemeldet. Sie wollten nächtens Geräusche im Garten gehört haben. «Doch Kelso ist nicht nachtaktiv wie etwa Marder», sagt Zingg. Ausserdem seien die Hinweise aus Gegenden gekommen, wo sich Affen kaum aufhalten würden. Intensive Anstrengungen, um Kelso aufzuspüren, unternimmt der Zoo nicht. «Wir hoffen auf Kommissar Zufall.» Mitarbeiter, die über Mittag im Wald joggen gehen, richteten ihr Augenmerk jedoch mehr auf Baumwipfel als auf die Uhr am Handgelenk.

Affenmutter war nervös

Erst nach einer plausiblen Beobachtung würde man Kelsos Mutter Petra in einem Käfig in den Wald tragen, um ihren Sprössling anzulocken. «So eine Aktion bedeutet viel Stress für ein Tier, das macht man nicht ins Blaue hinaus.» Nach Kelsos Abgang sei das Muttertier für kurze Zeit etwas nervöser gewesen als sonst. Inzwischen sei in die ganze Gruppe wieder Ruhe eingekehrt.

Kelsos Pflegerin ist inzwischen aus ihren Ferien zurück. Der Verlust belastet sie laut Zingg nicht so stark: «Unsere Mitarbeiter sind realistisch.» Mit Fluktuationen im Tierbestand müsse man umgehen können. Offiziell werde mit Kapuzineräffchen kein Handel betrieben, deshalb könne er Kelsos monetären Wert nicht angeben. Da es sich um eine rare und bedrohte Art handle, wäre ein Verlust dennoch schmerzhaft.

Sorge bereitet Zingg der nahende Winter. Äffchen Kelso ist für die Tropen gerüstet, allzu tiefe Temperaturen und Schnee würden ihm arg zusetzen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.09.2012, 07:46 Uhr

Passanten werden zu Jägern: Kelso hält den Zürichberg in Atem. (Video: Keystone )

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