Koch sticht Koch nieder: Drei Jahre teilbedingt

Das Obergericht hat am Freitag einen Koch zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe verurteilt. Er hatte im März 1999 einen Berufskollegen wegen eines Hundes niedergestochen.

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Der 46-jährigen Zürcher Angeklagte war mit seiner Dogge auf der Limmatstrasse in Richtung Limmatplatz unterwegs. Dabei überholte er einen 60-jährigen Passanten, der sich über den grossen Hund aufregte.

Der angetrunkene Mann begann zu schimpfen und kickte mit den Schuhen mehrere Kieselsteine gegen das Tier. Dann provozierte er den Vierbeiner mit den Worten «wuff, wuff» und bewarf ihn mit einem Gegenstand.

Nach gegenseitigen Beleidigungen entfernte sich der Hundehalter zunächst, kehrte dann aber entnervt zurück und stach dem Passanten - auch dieser ein Koch - ein Klappmesser in den Bauch. Das Opfer erlitt eine lebensgefährliche Stichverletzung, konnte aber dank einer Operation gerettet werden.

Tat bereut

Der Täter musste sich vor dem Zürcher Obergericht wegen schwerer Körperverletzung verantworten. Der Ersttäter legte ein umfassendes Geständnis ab und zeigte Reue.

Schon in der Untersuchung hatte er ausgeführt, dass er sich seine Bluttat nachträglich nicht erklären könne. Das Messer habe er eine Woche vor dem Vorfall zufällig in einer Wiese gefunden. Zur Tat befragt, gab er an, dass er wegen seiner Hündin die Fassung verloren und rot gesehen habe.

Strafe bereits verbüsst

Der Staatsanwalt forderte eine Freiheitsstrafe von vier Jahren. Der Verteidiger verlangte 32 Monate, davon die Hälfte bedingt. Das Gericht setzte 36 Monate Freiheitsstrafe fest, davon 15 Monate unbedingt. Den unbedingten Strafteil hat der Verurteilte inzwischen bereits abgesessen.

Das Gericht ging zwar von einem «erheblichen, aber nicht besonders schweren Verschulden» aus. Die Provokationen des Opfers hätten massgeblich zur Eskalation beigetragen, sagte der Referent. Das Gericht hielt dem Angeklagten zudem eine Verminderung der Schuldfähigkeit im leichten Grade zugute. Dieser war zur Tatzeit ebenfalls angetrunken und stand unter Drogeneinfluss. (mt/sda)

Erstellt: 25.06.2010, 18:37 Uhr

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