Kreis 12: Barrieren sollen Unfälle verhindern

An der Dübendorferstrasse in Schwamendingen sind in diesem Jahr bereits zwei Menschen nach Tramunfällen gestorben. Nun fordern Anwohner bessere Sicherheitsmassnahmen.

Blick aus dem 7er-Tram auf einen mit Andreaskreuz und Warnlicht gesicherten Übergang auf der Dübendorferstrasse.

Blick aus dem 7er-Tram auf einen mit Andreaskreuz und Warnlicht gesicherten Übergang auf der Dübendorferstrasse. Bild: Sophie Stieger

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Zu einem Zusammenstoss zwischen einem abbiegenden Lieferwagen und einem Tram der Linie 7 war es am Mittwoch auf der Dübendorferstrasse im Kreis 12 gekommen. Der Fahrer des Lieferwagens wurde so schwer verletzt, dass er auf dem Weg ins Spital verstarb.

Er ist bereits der zweite Tote dieses Jahr auf der Strecke zwischen Schwamendingerplatz und Bahnhof Stettbach. Am 17. April starb eine 45-jährige Frau, nachdem sie vom Tram erfasst worden war. Im Januar erlitt zudem ein 67-jähriger Fussgänger Rücken- und Kopfverletzungen: Er wurde vom Tram touchiert, als er das Trassee der Dübendorferstrasse bei der Haltestelle Mattenhof überqueren wollte.

Quartierverein ist gegen Barrieren

Anwohner Günther Trebbe ist aufgebracht: «Es ist unglaublich, dass es zu derart schlimmen Unfällen kommt und trotzdem nichts passiert.» Er und andere Quartierbewohner fordern von der Stadt bessere Sicherheitsmassnahmen. «Die Unfälle sind fast alle an den zu wenig gesicherten Übergängen geschehen», schreibt Trebbe in einem Brief an den TA. Andreaskreuz und Warnblinkanlage allein genügten nicht: «Wir Schwamendinger fordern gesicherte Bahnübergänge mit Schranken.» Die schweren Unfälle seien lediglich die Spitze des Eisbergs: Er beobachte sehr oft, wie Abschleppdienste verbeulte Autos auf der Dübendorferstrasse abholen müssen. Die meisten seien beim Versuch, von der Dübendorferstrasse über das parallel zur Strasse verlaufende Trassee abzubiegen, vom Tram touchiert worden.

Maya Burri, die Präsidentin des Quartiervereins, unterstützt die Forderung Trebbes nach Bahnschranken nicht. «Wenn man am einen Ort eine Barriere baut, dann passiert der nächste Unfall einfach 100 Meter weiter vorne.» Es sei wichtiger, die Menschen immer wieder aufzufordern, im Verkehr aufmerksam zu sein. Auch Roger Tognella, FDP-Gemeinderat aus Schwamendingen, sieht keinen Handlungsbedarf: «Die Dübendorferstrasse ist eigentlich eine sehr übersichtliche Strecke», sagt er. Es gebe im Quartier gefährlichere Stellen, zum Beispiel beim Fussgängerübergang unmittelbar nach dem langen Tramtunnel.

Gemäss Heiko Ciceri von der Dienstabteilung Verkehr prüft die Stadt die Sicherheitssituation und zusätzliche Massnahmen nach jedem tödlichen Unfall eingehend, so auch an der Dübendorferstrasse. Er gibt aber zu bedenken, dass Barrieren grosse Auswirkungen auf den Verkehrsfluss haben – besonders dort, wo Trams in kurzen Abständen verkehrten, würde der Verkehr immer wieder aufgehalten.

Günther Trebbe hofft nun, im Gemeinderat Politiker zu finden, die sich für sein Anliegen einsetzen werden. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 02.11.2008, 21:58 Uhr

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