Kronenhalle ist in den weltweiten Top 10

Die Kronenhalle kommt zu einer aussergewöhnlichen Ehre: Das Magazin «Monocle» von Trend-Guru Tyler Brûlé zählt das altehrwürdige Lokal zu den besten der Welt.

«Urchig»: Das Magazin «Monocle» liebt die Kronenhalle. Foto: Christian Beutler (Keystone)

«Urchig»: Das Magazin «Monocle» liebt die Kronenhalle. Foto: Christian Beutler (Keystone)

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Es ist so eine Sache mit den Listen der besten Restaurants – seien es nationale oder gar weltweite: Soll man ihnen glauben? Kann man ihnen trauen? Wer erstellt solche Listen? Wie? Warum?

Diese Fragen stellen sich auch beim allerneusten Restaurant-Rating, das in diesen Tagen veröffentlicht worden ist: Das Lifestyle-Magazin «Monocle» von Stilprediger Tyler Brûlé, der 2002 in Zürich gelebt hat, hat die Zürcher Kronenhalle auf Platz 10 des Restaurant-Ratings 2016 gesetzt. Dieses listet nicht etwa die besten Restaurants der Schweiz, nein. Es hat weltweit Gaststätten getestet und bewertet.

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Hat die Kronenhalle den Top-10-Platz verdient?





Nun überrascht ja bereits, dass die Kronenhalle überhaupt aufgelistet ist. Umso verblüffender ist das zweite Lokal, das es in die Liste geschafft hat: Der Sternen-Grill findet sich auf Platz 39. Auffallend an den beiden Zürcher Lokalen: Sie sind beide am Bellevue und liegen nur wenige Schritte auseinander. Überhaupt kommt die Schweiz in dieser globalen Liste der besten Restaurants sehr gut weg: Mit dem Chasellas in St. Moritz (Platz 16), Le Pavillon in Pontresina (Platz 17) und dem Roberto in Genf (Platz 23) sind gleich drei weitere Restaurants in diesen Top 50 vertreten.

Beehrt von James Joyce

Über die Kronenhalle schreibt der Tester des «Monocle»: «Die Gerichte sind urchig und auf Klassiker wie Rösti und Kalbfleisch mit Morchelsauce fokussiert.» Er lobt die Kleidung der Kellner und erwähnt, dass über die Kronenhalle schon viel geschrieben worden sei, in ihr aber auch geschrieben worden sei: James Joyce habe dort eine Portion «Ulysses» verfasst.

Zürich habe viele geheime Imbissecken, für eine Wurst rät der «Monocle»-Tester den Weg zum Sternen-Grill. Der «pork-and-beef Cervelat» und die «veal-and-pork classic St. Galler bratwurst» sind für ihn perfekt. Die Familie Rosenberg habe Generationen investiert, um alles perfekt zu machen. Tyler Brûlés Magazin zieht mit der eigenen Top-50-Liste gleich über andere Restaurants-Rankings her: Diese seien zu oft widerwärtig pompöse Angelegenheiten, bei denen Neuheiten und Protzigkeit statt Qualitätsmerkmale und Innovation gefeiert würden. «Sie finden hier keine Schäumchen, Emulsionen oder Trockeneis auf unseren Gerichten – und auch keine Steaks, die auf Schiefer serviert werden.» «Monocle» setze auf jene Restaurants, «in die wir gerne zurückkehren, wegen ihrer Gerichte, des grossartigen Chefs und des tadellosen Personals». Ausgezeichnet würden Lokale, die über die Jahrzehnte konstant gute Arbeit leisteten, sowie aufstrebende Jungbetriebe, die ein Versprechen für die nächsten Jahrzehnte seien.

Auf Platz eins heben die Magazinmacher übrigens ein japanisches Restaurant mit italienischer Küche. Das Lokal namens Cinghiale Enoteca in Tokio hat gerade mal 18 Sitze, Koch Toshiji Tomori lernte die italienische Küche in Italien.

Mit «Monocle» will Tyler Brûlé die interessantesten und interessierten Leute der Welt erreichen, sein Publikum sei die transnationale Elite, sagte er einmal. Der Trend-Guru hat eine Zeit lang in Zürich gelebt und hier vor allem Schlagzeilen gemacht, als er 2002 für die Swiss als Designer tätig war. In Zürich unterhält das Magazin eine eigene Redaktion. Unspektakulär ist sie in einem Haus an der Nordstrasse untergebracht.

In der wichtigsten Top-50-Liste der Welt, die von San Pellegrino herausgegeben wird, ist hingegen kein einziges Zürcher Lokal vertreten. Der Bündner Andreas Caminada schaffte es mit seinem Schloss Schauenstein als einziger Schweizer ins prestigeträchtige Ranking. Er steht dort auf Platz 47.

Erstellt: 01.08.2016, 22:27 Uhr

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