Labitzke-Areal: Mobimo widerspricht der Stadt

Um die Gebäude auf dem Labitzke-Areal in Altstetten abzubrechen, braucht die Immobilienfirma Mobimo keine Bewilligung des Hochbauamtes.

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Die Immobilienfirma Mobimo, die auf dem besetzten Labitzke-Areal in Altstetten eine Überbauung plant, ist im Besitz von «allen rechtlich notwendigen Bewilligungen für den Abbruch der Gebäude auf dem Area», wie das Unternehmen in einer Mitteilung schreibt.

Damit widerspricht die Immobilienfirma den Aussagen von Urs Spinner, dem Sprecher des städtischen Hochbaudepartemtents. Spinner hatte in den letzten Tagen gegenüber Medien gesagt, dass Mobimo nur im Besitz einer kantonalen Abbruchbewilligung sei. Eine städtische Abbruchbewilligung fehle ihr.

In einem Brief an die Mobimo hatte das städtische Amt für Baubewilligungen aber am 16. September 2013 geschrieben, dass das Unternehmen keine baurechtliche Bewilligung für den Abbruch der Häuser zwischen Hohl- und Albulastrasse brauche. Es gelte lediglich, sicherheitstechnische Auflagen einzuhalten.

Drei Mieter können noch bis Februar bleiben

In den ehemaligen drei Fabrikriegeln lebten rund 30 Mieterparteien, vor allem WGs, die auf Ende 2013 das Areal verlassen mussten. Zwei Mietparteien können noch bis Ende Februar bleiben. Bei einer weiteren Mietpartei läuft ein Ausweisungsverfahren. In Baracken auf dem vorderen Teil des Areals wohnt seit 2011 eine Gruppe von Besetzern. Eine weitere Besetzergruppe hat vor wenigen Tagen auch die Fabrikgebäude übernommen. Mobimo hat gegen die Besetzer Strafanzeige eingereicht.

In einem ersten Schritt will Mobimo die Gebäude abreissen und den Boden von Altlasten sanieren. Dies brauche rund rund zehn Monate Zeit. Das Baugesuch wird im Frühjahr 2014 eingereicht. Die Baubewilligung soll im Spätherbst 2014 erfolgen. «Mobimo erwartet, dass in der Stadt Zürich Recht über politischem Kalkül steht», heisst es in der Pressemitteilung. SVP und FDP unterstützen Mobimo. Am Mittwoch kritisierten sie im Gemeinderat, dass der Stadtrat die Interessen der Besetzer höher gewichte als das Recht der Eigentümer.

Die Besetzer dagegen wollen erst gehen, wenn Mobimo eine Baubewilligung erhalten habe. Dies daure wahrscheinlich viel länger als zehn Monate. Sie werfen Mobimo «Abbruch auf Vorrat» vor.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.01.2014, 07:33 Uhr

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