Lange Freiheitsstrafe für Rastaman

Ein Jamaikaner ist wegen mehrfach versuchter Tötung zu siebeneinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Für das Gericht war er der Mann, der in einem Club mit einem Messer drei Türsteher verletzt hatte.

Für das Bezirksgericht war der 54-jährige Jamaikaner der Mann, der im Club Zürich in Zürich-West drei Türsteher verletzt hatte. (Bild TA-Archiv)

Für das Bezirksgericht war der 54-jährige Jamaikaner der Mann, der im Club Zürich in Zürich-West drei Türsteher verletzt hatte. (Bild TA-Archiv)

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Der heute 54-jährige Jamaikaner aus der Stadt Zürich war am frühen Samstagmorgen des 29. April 2012 vor dem Club Zürich an der Förrlibuckstrasse in Zürich-West in eine wüste Schlägerei zwischen vorwiegend Jamaikanern und den Sicherheitsleuten des Clubs involviert. Fünf Männer erlitten mittelschwere Stich- und Schnittverletzungen an Kopf und Oberkörper. Betroffen davon waren drei Türsteher im Alter von 19 bis 37 Jahren und zwei Jamaikaner.

Auffällige Persönlichkeit

Die drei Türsteher hatten in der Untersuchung immer gesagt, dass der Messerstecher der Rastaman gewesen sei. Sie hatten ihn in der Fotokonfrontation und auch bei der Gegenüberstellung als den Täter erkannt. Denn mit seinen langen Rastalocken, seinem Rucksack, den vielen Ringen an den Händen und dem selbstgeschnitzten Medizinstab war er eine nicht zu übersehende Persönlichkeit.

Laut Anklageschrift hatten ihn die Security-Leute aus dem Club geworfen, weil er in eine Auseinandersetzung von fünf oder sechs Personen verwickelt gewesen war. «Aus Wut und Rache hat der Beschuldigte ziel- und wahllos mit dem Messer um sich gestochen und neben den drei Sicherheitsleuten auch noch zwei Landsleute verletzt», sagte die Staatsanwältin am Prozess vom Montag. Sie forderte wegen mehrfach versuchter Tötung eine Freiheitsstrafe von acht Jahren. Der Verteidiger verlangte für seinen Mandanten – dreifacher Vater mit Niederlassungsbewilligung C – einen Freispruch.

«Aussagen waren widersprüchlich und zweifelhaft»

Für das Gericht waren die Aussagen der Türsteher überzeugend, während der Jamaikaner in der Untersuchung widersprüchliche und zweifelhafte Aussagen gemacht habe. Es sprach an der heutigen Urteilseröffnung den Rastaman wegen mehrfach versuchter eventualvorsätzlicher Tötung schuldig und verurteilte ihn zu einer Strafe von siebeneinhalb Jahren. Die Kosten des gesamten Verfahrens in der Höhe von rund hunderttausend Franken werden aufgrund der finanziellen Lage des Jamaikaners von der Gerichtskasse bezahlt.

Für das Gericht hat der Beschuldigte mit einem Messer gezielt auf die Brust von zwei der drei Türsteher zugestochen und damit den Tod in Kauf genommen. Beim dritten Türsteher ging das Gericht von einfacher Körperverletzung aus. Dass die beiden Jamaikaner durch den Rastaman verletzt wurden, habe sich nicht beweisen lassen. Der Verteidiger kündigte am Schluss des Prozesses Berufung ans Obergericht an.

Erstellt: 29.10.2014, 15:35 Uhr

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