Langstrassenkredit: Kleingewerbe hat Hemmungen

Jährlich unterstützt die Stadt Zürich Projekte zur Aufwertung des Langstrassenquartiers. Doch der Kreis möglicher Bewerber für den Kredit ist klein – gross ist vor allem die Hemmschwelle unter den Gewerbetreibenden.

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Es klingt verlockend: Wer im Langstrassenquartier ein Projekt verwirklichen will, das sich positiv auf das Quartier auswirkt, kann von der Stadt Geld erhalten – und zwar à fonds perdu. Seit der Langstrassenkredit über 2 Millionen Franken im Frühjahr 2007 bewilligt wurde, vergab die Kommission insgesamt 355'000 Franken an 14 Projekte. Doch wie Projektleiterin Daniela Wendland gegenüber Tagesanzeiger.ch sagt, wird sie mit Projektanträgen nicht überhäuft.

«Wir hätten gerne mehr Anträge von klassischen Gewerbetreibenden wie etwa Schreinern oder Tischlern», sagt Wendland. Aber diese scheuen sich offensichtlich, Geld von der Stadt zu beantragen. Erich Burri, Präsident des Gewerbeverbandes Kreis 4, glaubt, dass für viele die Hemmschwelle zu gross ist: «Einen solchen Kredit zu beantragen hat für viele etwas Anrüchiges. Sie wollen keine Geschenke, sie wollen ihr Geld selbst erarbeiten.»

Kleiner Kreis möglicher Bewerber

Ausserdem bekommen nur jene ein Stück vom Kuchen, die Projekte im relativ eng begrenzten Raum zwischen Stauffacherstrasse, Badenerstrasse, Kasernenstrasse, Bahngleise und Seebahngraben verwirklichen wollen. Wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, gibt die Kommission zwölf weitere Kriterien vor, denen ein Projekt gerecht werden muss.

So soll ein Projekt etwa zur Quartierversorgung, zur Vernetzung und zur positiven Standortentwicklung beitragen, innovativen Charakter haben und möglichst neue Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen. Und schliesslich muss ein Antrag mit Zeit-, Business- und Finanzplan und einer Vielzahl von Informationen und Beilagen eingesandt werden.

Wissen Sie von einem Projekt, das Ihrer Meinung nach städtische Unterstützung verdient? Schicken Sie uns Ihre Ideen – ohne Finanz- und Businessplan. ta-lokal.newsnetz@tages-anzeiger.ch (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 20.08.2008, 14:17 Uhr

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