Linkes Bündnis gegen «Top 5»

Fast einstimmig haben die Grünen beschlossen, mit SP und AL in den Wahlkampf um den Regierungsrat zu ziehen.

Green Power: Der grüne Regierungsrat Martin Graf mit seinem Wahlplakat, das ihm ein Künstler aus Ghana gemalt hat.

Green Power: Der grüne Regierungsrat Martin Graf mit seinem Wahlplakat, das ihm ein Künstler aus Ghana gemalt hat. Bild: Ruedi Baumann

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Ziel der Zürcher Grünen ist es, für die Regierungsratswahlen im nächsten April ein Viererpaket zu schnüren. Dieses besteht aus dem grünen Justiz­direktor Martin Graf, dem amtierenden Sicherheits- und Sozialdirektor Mario Fehr (SP) sowie den neu kandidierenden Jacqueline Fehr (SP) und Markus Bischoff (AL). Damit wolle Links-Grün ein starkes Gegengewicht zum bürgerlichen Fünferticket bilden, sagte Parteipräsidentin Marionna Schlatter. Bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme stimmten die knapp 100 Delegierten gestern Abend diesem Antrag zu.

Selbstverständlich ist dieses klare Ja nicht. Justizdirektor Martin Graf sagte: «Die Linken haben die Tendenz, sich auseinanderzudividieren und gegen­seitig zu schwächen.» Tatsächlich: Während die Bürgerlichen mit Markus Kägi und Ernst Stocker (beide SVP), Thomas Heiniger und Carmen Walker Späh (beide FDP) sowie Silvia Steiner (CVP) bereits ein Plakat gedruckt haben und sich politisch auffällig einig geben, feilschen die Linken um Listenverbindungen für die Nationalratswahlen. Die SP machte dies zur Bedingung für eine ­Unterstützung Grafs.

«Mit Charme und ohne Bitterheit»

Grüne und AL allerdings wollen zuerst die kantonalen Wahlen abwarten, bevor sie Listenverbindungen eingehen. Ihr Problem: Bei Listenverbindungen profitiert in der Regel die grössere SP. Bei den Grünen hingegen ist Martin Graf seit der Carlos-Affäre etwas unter Druck.

Bischoff stellte sich den Grünen als gereifter Linker vor, der die Radikalität jüngerer Jahre abgelegt habe. «Ich habe aber noch immer ein kritisches Verhältnis zum Staat und setze mich konsequent für die Grundrechte ein», sagte er. Er spüre teils «blanken Hass» aus bürgerlichen Kreisen gegen Sozialhilfeempfänger und sozial Schwache, sagte er. Graf plädierte für einen Wahlkampf «mit Charme, aber ohne Bitterkeit».

Die Diskussion war kurz. Ein einziger Votant fragte Bischoff, wie es sich als ­Alternativer anfühle mit Polizeidirektor Mario Fehr auf dem selben Ticket zu sein. «Kein Problem», sagte dieser. «In sozialen Fragen, Steuern, Wohnungsnot und Gesundheit stimmen wir alle überein.» AL und SP entscheiden in einer Woche, ob sie ebenfalls im Viererticket mitmachen.

Erstellt: 08.12.2014, 22:44 Uhr

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