«Longo»-Trolleybus in Zürich frisst zu viel Strom

Das Fahrleitungsnetz der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) ist zu schwach für die neuen, überlangen Doppelgelenk-Trolleybusse.

Braucht mehr Strom als die bisherigen Trolleys: «Longo»-Bus.

Braucht mehr Strom als die bisherigen Trolleys: «Longo»-Bus. Bild: PD

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Für knapp 13 Millionen Franken muss die Stromversorgung der Zürcher Trams und Trolleybusse verstärkt werden; der Stadtrat hat diesen Betrag jüngst bewilligt. Die Fahrdrahtlänge beträgt 526 Kilometer, davon entfallen 222 auf den Trolleybus.

25 Meter lang

17 Doppelgelenk-Trolleybusse mit dem Namen «Longo» sind auf der Linie 31 unterwegs; 12 weitere haben die VBZ kürzlich bestellt. Schon während der Probefahrten eines Genfer Busses im Winter 2006 zeigte sich, dass der 25 Meter lange Bus mehr Strom braucht als die bisherigen Trolleys mit knapp 19 Metern. Er ist mit dem maximal zulässigen Gewicht von 38 Tonnen schwerer und verbraucht auch mehr Strom wegen der Klimaanlage und den Bildschirmen der Fahrgastinformation. Die Folge waren Spannungsschwankungen im Fahrleitungsnetz, sodass die «technisch vorgegebenen Spannungsniveaus teilweise nicht mehr eingehalten werden konnten», wie der Stadtrat schreibt. Auch die neuen Trams, die nächstes Jahr bestellt werden, sind mit sieben Metern länger als die Cobras und entsprechend schwerer. Im Hinblick auf diese Gewichtszunahmen und das steigende Verkehrsaufkommen liessen die VBZ vom Institut für Bahntechnik Dresden ihre Stromleitungen überprüfen. Auf Basis dieser Analyse wurden Massnahmen beschlossen, die das Stromnetz «robuster» machen und die Stabilität garantieren sollen.

Einsparung bis 2020

Neu soll der Strom in jedem Fahrleitungsabschnitt von zwei Seiten, das heisst von zwei Gleichrichterstationen, eingespeist werden; heute kommt der Strom nur von einer Station. 44 Stationen sind es insgesamt. Zudem soll ein Überwachungssystem installiert werden, das dem EWZ automatisch die Stromspannung in den Leitungen übermittelt.

Weil jeder Fahrleitungsabschnitt künftig von zwei Gleichrichterstationen versorgt wird, müssen für Unterhaltsarbeiten zwei Stationen ab- und wieder eingeschaltet werden. Dafür beantragen die VBZ im Budget 2014 zwei neue Stellen. Anderseits rechnen sie auch mit Einsparungen, da die neuen Tram- und Busmodelle beim Bremsen Strom in die Leitung zurückgeben. Bis 2020 soll so eine Einsparung der Stromkosten von rund einer Million Franken pro Jahr entstehen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 26.05.2011, 21:55 Uhr

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