Luxuswohnungen statt Studentenzimmer beim Triemli: «Die Anwohner profitieren»

Investor Pierre Buyssens hat mit dem ehemaligen Hotel beim Triemli Grosses vor. 2013 sollen 69 Eigentumswohnungen bezugsbereit sein. Die Studenten müssen voraussichtlich Ende Jahr ausziehen.

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Nachdem das Hotel Atlantis jahrelang leer stand, soll das Zwischenspiel mit Asylbewerbern, Besetzern und Studenten ein Ende haben. Im März 2012 wollen die Investoren die Bauarbeiter auffahren lassen. Sie sollen das ehemalige Luxushotel oberhalb des Triemli-Spitals in ein Gebäude mit 69 Eigentumswohnungen umbauen.

Dafür will die Neue Hotel Atlantis AG 40 Millionen Franken investieren, wie deren Mithinhaber Pierre Buyssens heute gegenüber den Medien sagt. Entstehen sollen «exklusive Stadtwohnungen in einem einmaligen Gebäude», wie Buyssens sagte. Geplant ist ein Baueingabe Ende Jahr, ab März 2012 sollen die Maschinen auffahren.

Geht diese Rechnung auf, müssen die Studenten, welche derzeit im ehemaligen Hotel ihre Bleibe haben, in einem Jahr bereits wieder ausziehen. Deren Vermieter Werner Hofmann hatte damit gerechnet, dass die Studentenwohnungen bis zu vier Jahre bestehen bleiben. «Es bestand von Anfang an ein befristeter Vertrag für ein Jahr», sagt Robert Gubler, Sprecher der Neuen Hotel Atlantis AG, welche das Gebäude besitzt.

Andere Projekte vorgezogen

Hinter dieser Firma steht die Rosebud Hôtels Holding aus Luxemburg. Buyssens ist neben Sébastien Armleder und dessen Vater Victor Teilhaber der Holding. Vor einigen Jahren kauften sie unter anderem das Hotel Drei Könige in Basel und das Hotel Bürgenstock über dem Vierwaldstädtersee. Diese und weitere Objekte waren laut Buyssens der Grund, weshalb das Atlantis jahrelang leer stand: «Wir sind ein kleines Team und mussten uns zuerst um diese Hotels kümmern», sagt er. Mit hohem Gewinn verkauften sie die Häuser schliesslich weiter.

«Es ist unser Beruf, Objekte zu kaufen, begleiten und dann wieder zu verkaufen», sagt Buyssens. Damit würden Arbeitsplätze gesichert und die Standorte aufgewertet, ist der Investor überzeugt. «Bei diesem Projekt werden auch die Anwohner profitieren.» Denn die Bauherren wollen oberirdische Parkplätze aufheben und den Raum um das Gebäude in eine parkähnliche Umgebung verwandeln, die für alle offen steht.

«Könnte zu einem Politikum werden»

Architekt Walter Wäschle vom Atelier WW gibt sich zuversichtlich, dass die Bewilligung für den Umbau genehmigt werden. «Das Projekt könnte zwar zu einem Politikum werden, aber unsere Pläne sehen vor, das Gebäude wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen.» Deshalb ist er«optimistisch, dass es problemlos bewilligt wird».

Erhalten die Investoren grünes Licht, müssen sie eine neue Firma gründen. Dies verlangt die Lex Koller, welche das Grundeigentum für Ausländer stark begrenzt. Die Rosebud Holding aus Luxemburg, welche die Neue Hotel Atlantis AG kontrolliert, darf demnach die Eigentumswohnungen nicht realisieren. Wie ein Jurist an der Medienkonferenz verlauten liess, sei die nötige Firmengründung aber eine rein technische Aufgabe, die lösbar sei.

Die Hälfte der Investitionen entfallen laut Wäschle auf die Sanierung der maroden Gebäudehülle. Mit Erdsonden oder Abwärme vom Triemli-Spital soll die Energiebilanz markant verbessert werden. Geplant sind 2 1/2 bis 5 1/2-Zimmerwohnungen mit Terrassen oder Aussensitzplätzen. Wie viel sie kosten werden, steht noch nicht fest.

Erstellt: 27.01.2011, 11:19 Uhr

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