Magen-Darm-Grippe in Zürcher Kinderkrippen

Erbrechen, Durchfall, Fieber: In Zürich grassiert ein mühsames und hoch ansteckendes Magen-Darm-Virus. Vor allem betroffen sind Kleinkinder in Krippen.

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Winterzeit ist Grippezeit. Was das heisst, erfahren zurzeit etliche kleine Kinder am eigenen Leib. Gemäss Recherchen von Tagesanzeiger.ch sind in der Stadt Zürich gleich in mehreren Krippen zahlreiche Kinder an einem Magen-Darm-Virus erkrankt. Und weil das Virus vor Erwachsenen nicht Halt macht, kämpfen auch Betreuer gegen Durchfall- und Brechattacken: «Zwei meiner Kolleginnen mussten zu Hause bleiben. Ich hoffe, ich halte durch, sonst wird es eng mit der Betreuung aller Kinder», sagt eine Krippenmitarbeiterin.

Oft handelt es sich beim Grippe-Erreger um das Noro-Virus, welches hoch ansteckend ist und schon ganze Spitäler lahmgelegt hat. Viel gegen das heimtückische Virus tun kann man gemäss Albert Wettstein, Chefarzt des Stadtärztlichen Dienstes in Zürich, aber nicht: «In Einrichtungen wie Spitälern oder Pflegeheimen kann rigoroses Isolieren, beispielsweise mit Besuchsverboten, die Verbreitung eindämmen. In Schulen oder Kinderkrippen lassen sich Ansteckungen kaum vermeiden. In der Regel wird die Hälfte der Kinder angesteckt.»

Ungefährlich, aber extrem mühsam

Trotzdem kostet die Magen-Darm-Grippe viel Energie und Nerven. Gerade bei Familien mit mehreren Kindern kommen Eltern kaum nach mit Windelnwechseln und Teekochen: «Zuerst hatte es meine grössere Tochter, nun auch der kleinere Sohn. Mit nur einem WC ist das eine grosse Herausforderung für uns alle», jammert eine betroffene Mutter.

Für die meisten erwachsenen Menschen ist das Virus in der Regel ungefährlich und nach zwei Tagen ausgestanden. Prekär wird die Situation jedoch dann, wenn ein Säugling zu viel Flüssigkeit verliert. Christoph Berger, Infektiologe am Kinderspital Zürich, rät betroffenen Eltern: «Wenn ein Säugling weniger als die Hälfte trinkt und speziell viel erbricht und Durchfall hat, würde ich nach einem Tag einen Arzt aufsuchen.»

Bei Kinderärzten laufen die Telefondrähte zurzeit heiss, aber nicht so heiss wie in anderen Saisons. Möglicherweise sind die momentanen Erkrankungen jedoch erst der Anfang einer grösseren Magen-Darm-Grippewelle. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.10.2008, 11:46 Uhr

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