«Man kann das Velo nirgends festmachen»

In der Stadt Zürich stehen zehn neue Handpumpen für Velos zur freien Verfügung. Tagesanzeiger.ch/Newsnet macht den Praxistest, den die Geräte nicht rundum bestehen.

Im Praxistest: Das sagen Velofahrer zu den neuen Pumpstationen in der Stadt Zürich.
Video: Lorenz von Meiss

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Die Stadt Zürich verschafft den Velos «Gratis-Frischluft». So wurde die Installation von zehn neuen Pumpstationen für Velopneus auf dem Stadtgebiet in einer Medienmitteilung angekündigt. Die Geräte ergänzen seit vergangenem Donnerstag das bereits bestehende Angebot von zwölf Druckluft- oder Handpumpen an verschiedenen Velorouten und Bahnhöfen in der Stadt.

Die neuen Pumpen – es sind ausschliesslich platzsparende und wenig wartungsintensive Handpumpen – seien durch das auffällige Grün des Programms «Stadtverkehr 2025» und durch breite Kontraststreifen für sehbehinderte Menschen besser sichtbar. Auch sei ihre Funktionalität verbessert worden, wird erklärt.

Eine gute Sache, aber ...

Eine Woche nach Inbetriebnahme der neuen Anlagen macht Tagesanzeiger.ch/Newsnet den Praxistest. Das Novum im Stadtverkehr wird von den Befragten grundsätzlich positiv bewertet. Man freut sich über das Gratisangebot und über die gut gewählten Standorte für die neuen Pumpstationen.

Kleinere Mängel werden aber trotzdem ausgemacht. So wird kritisiert, dass der Aufsatz am Schlauchende der Pumpe nicht auf jedes Pneuventil passe. Der Pumpschlauch selbst sei zu starr und zu kurz geraten. Und schliesslich wird bemängelt, dass man bei den Pumpstationen keine Veloständer angebracht hat. «Man kann das Velo nirgends richtig festmachen», sagt einer der befragten Passanten.

Es können nicht alle Bedürfnisse befriedigt werden

«Ich nehme diese Hinweise gerne entgegen», sagt Tiefbauamt-Sprecherin Evelyne Richiger auf Anfrage, «aber wir werden wohl kaum sämtliche Bedürfnisse befriedigen können.» So sei es beispielsweise ein klares Platzproblem, dass es nicht bei allen Pumpstationen eine Möglichkeit gibt, das Fahrrad festzumachen. «Bei einigen Standorten hat es gleich neben den Pumpstationen einen Veloständer – unter anderem bei der Rudolf-Brun-Brücke. An anderen Stellen ist das schlicht nicht möglich», hält Richiger fest. «Die Pumpen sind allerdings jeweils so am Boden festgeschraubt, dass der Luftschlauch zu jener Seite hin ausgerichtet ist, wo man mit dem Velo problemlos hinfahren und es gefahrlos hinstellen kann.»

Was die Länge der Schläuche an den Handpumpen anbelangt, so wurden bereits im Vorfeld an den bestehenden Velopumpen Tests durchgeführt. «Druckluftpumpen haben beispielsweise längere, spiralförmige Schläuche. Diese werden aber nach Gebrauch nicht immer in die dafür vorgesehenen Halterungen gehängt, sodass sie auf dem Boden liegen und zum Hindernis werden», so Richiger. Das wollte man bei der neuen Geräteversion vermeiden. «Die Schläuche sind nur noch so lange, dass sie an der Pumpstation hängen, ohne den Boden zu berühren.»

Pumpkopf aufstecken, fixieren und pumpen

Schliesslich nimmt die Tiefbauamt-Sprecherin auch Stellung zum Vorwurf, der Aufsatz am Pumpschlauch passe nicht auf alle Veloventile. «Die Velopumpe eignet sich für die beiden gängigen Ventilarten Presta- und Schraderventil. Der Pumpkopf sollte die verschiedenen Ventilarten also erkennen: Pumpkopf aufstecken, mit dem Hebel fixieren und pumpen.»

Und sollte doch jemand ein Ventil am Fahrrad haben, das nicht mit den neuen Pumpgeräten kompatibel ist, dann müssen nicht gleich neue Räder angeschafft werden, um die neueste Dienstleistung der Stadt nutzen zu können. «Das Ventil ist nicht vom Radtyp abhängig, sondern vom Veloschlauch im Pneu. Dieser lässt sich relativ leicht auswechseln», erklärt Monika Hungerbühler von Pro Velo Zürich.

Die Lobby für Velofahrende im Kanton Zürich ist im Übrigen erfreut über die neuen Pumpgeräte. «Grundsätzlich ist das ein gutes Angebot», so Hungerbühler. «Die Stadt nimmt die Bedürfnisse der Velofahrenden offenbar ernst.» Ein Programmierer hat gar eine App geschrieben, mit der Besitzer von Android-Geräten den schnellsten Weg zur nächsten Pumpe finden.

Erstellt: 20.06.2013, 15:46 Uhr

Die neuen Velopumpstationen: Kurze Schläuche, kein Ständer, aber dank leuchtendem Grün besser sichtbar. (Bild: PD)

Die Standorte der Pumpen – für Grossansicht anklicken: Velofahrer können sich überall auf dem Stadtgebiet «Frischluft verschaffen». (Bild: PD)

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