«Man sieht mich auch mal im Volg»

«Koch des Jahres» Heiko Nieder spricht im Interview über Zürich als kulinarische Destination, was er daheim kocht und seine nächsten Ziele.

Erhält die Höchstwertung: Heiko Nieder vom The Restaurant im Dolder Grand. Video: SDA

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Gratulation, Herr Nieder! Sie sind die Nummer 1 in Zürich und neu einer der besten sieben Köche der Schweiz – welcher Titel ist Ihnen wichtiger?
Erstens mal bin ich ungeheuer stolz auf beide Auszeichnungen. Das ist ja beruflich die grösste Ehre überhaupt bisher in meinem Leben. Auch fürs Team ist das wunderbar. Und trotzdem glaube ich, dass man solche Superlative mit Vorsicht geniessen sollte. Was heisst «bester Koch»? Es gibt in Zürich sicher auch viele Grossmütter, sag ich jetzt mal, die unglaublich gut ­kochen. Ob die einen Gugelhopf nicht besser hinkriegen?

Wird Zürich nun wichtiger als kulinarische Destination?
Ich bin wohlgemerkt nicht der erste Koch des Jahres in Zürich. Schon Horst Petermann wars, sein Nachfolger Rico Zandonella ebenfalls. Was natürlich stimmt: In den letzten zehn Jahren ist Zürich als Destination für Gourmets tatsächlich attraktiver geworden. Denken Sie ans Ecco im Atlantis by Giardino oder ans Pavillon im Baur au Lac.

Welche Restaurants besuchen Sie selbst?
Leider sind viele Lokale geschlossen, wenn ich mal frei habe. Seit den Sommerferien aber gehen unsere beiden Töchter montagnachmittags jeweils zur Schule. Und meine Frau und ich haben nun fest vor, die so gewonnene freie Zeit bis halb vier Uhr öfter mal für ein gemeinsames Mittagessen zu verwenden.

Und einkaufen tun Sie wohl im Globus?
Das kommt vor, aber man sieht mich auch mal im Volg in Gutenswil, wo ich wohne.

Was gibt es denn bei Nieders am Wochenende zu Hause?
Der König bei meinen Kindern bin ich, wenn ich Backhendl zubereite mit Kartoffel-Gurken-­Salat. Ich mach aber auch mal Pasta, Sushi oder einfach nur Suppe. Meine Frau findet ja, ich soll daheim nicht so lange in der Küche stehen.

Hand aufs Herz – wollen Sie jetzt den dritten «Michelin»-Stern auch noch?
Mein erklärtes Ziel war und ist es, immer besser zu werden. Wie das von anderen bewertet wird, liegt nicht in meiner Hand. Es gibt für «Michelin»-Sterne keine Kriterien, die man nur abhaken muss, damits klappt.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 08.10.2018, 20:00 Uhr

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