Markus Knauss geht mit Bier auf Stimmenfang

Wer den grünen Stadtratskandidaten auf Facebook unterstützt, bekommt ein Gratisbier. Die Geschichte hat allerdings einen Haken.

Schon über 1000 Flyer verteilt: Markus Knauss (rechts) mit dem grünen Nationalrat Balthasar Glättli heute morgen beim Milchbuck.

Schon über 1000 Flyer verteilt: Markus Knauss (rechts) mit dem grünen Nationalrat Balthasar Glättli heute morgen beim Milchbuck. Bild: PD

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«Für ein Like spendiert dir Markus Knauss ein Bier im Xenix.» Dieser Satz steht seit Mitternacht auf der Facebook-Seite von Markus Knauss. Im Kleingedruckten heisst es: «Wenn es in Zürich Frühling wird und Markus Knauss im Stadtrat sitzt.» Die Wahlwette erfunden hat nicht der Stadtratskandidat selbst, sondern sein Team. «Ich habe aber davon gewusst und stehe zu meinem Einsatz», sagt Knauss. Es entspreche ihm, mit vielen Leuten zu feiern. Im Moment haben 254 Personen die Seite «geliked».

Ein Stimmenkauf sei das mitnichten, sagt der 52-Jährige, der Appenzeller Quöllfrisch und Turbinenbräu zu seinen Lieblingsbieren zählt. Schliesslich bedeute ein «Gefällt mir»-Knopf auf Facebook nicht automatisch eine Stimme mehr bei den Wahlen am 9. Februar. Ausserdem sei, falls es tatsächlich zur grossen Party komme, niemand gezwungen, ein Bier zu trinken. «Ich würde auch ein Mineral offerieren.»

Markus Knauss befindet sich momentan voll im Wahlkampf. Heute Morgen verteilte er beim Milchbuck Flyer mit seiner Lebenspartnerin Gabi Petri und dem grünen Nationalrat Balthasar Glättli, am Abend geht es am Stadelhofen weiter. «Ich habe den Leuten bestimmt schon tausend Flyer in die Hand gedrückt», sagt der Co-Geschäftsführer des VCS Zürich. Die Arbeit im Büro lässt er in der heissen Phase vor dem Urnengang mehrheitlich ruhen. «Ich betreibe den Wahlkampf sehr ernsthaft», sagt Knauss. Zudem könne er nach Jahren endlich mal Überstunden abbauen.

Mit den Reaktionen der Züricherinnen und Zürcher ist Knauss sehr zufrieden. Wo er auch auftauche, sei es am Röntgenplatz, in Albisrieden oder in Oerlikon, sei das Feedback positiv. «Die Leute kennen mich, sagen, dass sie selbstverständlich die Grünen wählen werden.»

Konkurrenz nimmts gelassen

Die Konkurrenz nimmt die Aktion gelassen. «Jeder macht Propaganda auf seine Weise», sagt SVP-Stadtratskandidatin Nina Fehr-Düsel. Als Juristin sei sie stets seriös unterwegs, auch in den sozialen Medien. «Auf Facebook bekomme ich so viele Likes, dass ich mir die Unterstützung nicht erkaufen muss.» Von Bestechung könne trotzdem keine Rede sein, sagt Fehr-Düsel: «Das ist wohl eher lustig gemeint.» Fehr hat auf Facebook keine eigene Fanpage, pflegt aber mit ihrem privaten Profil Kontakte zu über 2200 Usern.

Nina Fehr-Düsels Wahlkampf geht am Wochenende weiter. Mit SVP-Stadtratskandidat Roland Scheck und den Grünen Markus Knauss und Daniel Leupi nimmt sie am Freitagabend an einem Podium über Verkehrsfragen im Volkshaus teil (20 Uhr). Am Samstag verteilt sie vor dem Coop in der Höschgasse Tirggel, Hüppen und Flyer an die Bevölkerung.

Erstellt: 21.01.2014, 11:24 Uhr

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