Massenbesäufnis in Zürich möglich

In Lausanne und Genf wurde via Internet zu Saufgelagen in Parks aufgerufen. Auch in Zürich wäre das möglich: Denn Kollektiv-Besäufnisse im öffentlichen Raum sind nicht verboten.

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1300 Jugendliche kamen nach einem Aufruf auf der Internetplattform «Facebook» am 18. Juli im Genfer Parc des Bastions zusammen, um sich gemeinsam zu betrinken. Am 8. August hätte es am gleichen Ort erneut zu einem Massenbesäufnis kommen sollen. Die Genfer Polizei sperrte den Park kurzerhand, um Schlimmeres zu verhindern, wie die Tageszeitung «24 Heures» berichtete. Doch die Organisatoren der sogenannten «Botéllon» geben nicht auf und planen für den 22. August bereits das nächste Happening.

Polizeieinsatz eine Frage der Verhältnismässigkeit

Hunderte Trinkfreudige, die sich in einem Park zusammenrotten und Alkohol im Akkord in sich hineinschütten – das ist auch für Zürich kein unrealistisches Szenario. Zwar gab es bisher noch keinen ähnlichen Vorfall wie in Genf, doch auch bei der Stadtpolizei Zürich ist man alarmiert.

Ein Polizeieinsatz gegen derlei Veranstaltungen wäre allerdings laut Angaben von Polizeisprecher Adrian Feubli von verschiedenen Aspekten abhängig. «Grundsätzlich gehen wir nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit vor», so Feubli, «es kommt dabei nicht auf die Zahl der Trinkenden an, sondern auf ihr Verhalten. Ein einzelner alkoholisierter Randalierer kann zu einem Polizeieinsatz führen. Wenn allerdings ein paar 100 Menschen im öffentlichen Raum friedlich gemeinsam Alkohol trinken, dann ist das nicht verboten.»

Task Force Jugendgewalt: «Wir haben das Thema traktandiert»

Selbstverständlich gelten für Jungendliche andere Regeln. Unter 18-Jährige dürfen keinen harten Alkohol trinken. Der Konsum von Bier und gegorenem Alkohol ist erst ab 16 Jahren erlaubt. Im April 2008 hat der Stadtrat zudem ein Massnahmenpaket präsentiert, in dem öffentliche Besäufnisse für Jugendliche explizit verboten werden: Betrunkene Jugendliche und junge Erwachsene, welche die öffentliche Ordnung stören oder sich und andere gefährden, werden von der Polizei in Gewahrsam genommen. Minderjährige müssen von den Eltern abgeholt werden oder sie werden unverzüglich an den Wohnort der Eltern zugeführt.

Zur Umsetzung und Einhaltung dieser Massnahmen wurde eine Task Force eingesetzt. Andres Oehler, Leiter Task Force Jugendgewalt, hat ein wachsames Auge auf die neuste Entwicklung im Internet. Wie allerdings konkret auf einen solchen Aufruf zum Massenbesäufnis reagiert werden müsste, lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht sagen, meint Oehler auf Anfrage. «Wir beobachten diese Tendenz allerdings genau und für die morgige Task Force-Sitzung habe ich dieses Thema bereits traktandiert.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.08.2008, 17:31 Uhr

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