Mauch öffnet ihre Tür

Der Sitz der Stadtzürcher Regierung ist für 60 Millionen Franken saniert worden. Am Samstag kann die Bevölkerung nicht nur das Stadthaus, sondern auch den Ratssaal und das präsidiale Büro besichtigen.

Zeigt den Zürchern am Samstag wo regiert wird: Stadtpräsidentin Corine Mauch.

Zeigt den Zürchern am Samstag wo regiert wird: Stadtpräsidentin Corine Mauch. Bild: Keystone

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Nach rund dreieinhalb Jahren sind die Sanierungsarbeiten Ende Oktober abgeschlossen worden. Die Wiedereröffnung feiert die Stadt am kommenden Samstag zusammen mit der Bevölkerung.

Nach rund 120 Jahren sei die erste umfassende Instandsetzung fällig gewesen, heisst es in einer Mitteilung der Stadt vom Donnerstag. Gekostet hat die in zwei Etappen durchgeführte Sanierung 59,5 Millionen Franken.

Die Haustechnik wurde komplett erneuert und alle Leitungen wurden ersetzt. Verbessert wurde auch die Gebäudehülle. Zudem galt es, heutige gesetzliche Anforderungen an Brandschutz und Sicherheit zu erfüllen.

Ende Oktober konnten alle temporär ausquartierten Dienstabteilungen wieder ins Stadthaus zurückkehren. Neu hinzugekommen sind die Fachstelle für Gleichstellung sowie das «Stadtbüro» als zentrale Anlaufstelle in der Eingangshalle.

Alter Haupteingang wieder geöffnet

Das denkmalgeschützte Stadthaus habe einen hohen architektonischen Wert, der durch die sorgfältige Instandsetzung unter der Leitung der Denkmalpflegerin Theresia Gürtler erstmals in vollem Umfang sichtbar geworden sei, heisst es in der Mitteilung. Markantes Kernstück sei die fünf Stockwerke hohe Eingangshalle als repräsentativer öffentlicher Raum.

Die Haupttreppe führt nun erstmals bis ins vierte Obergeschoss. Der zugemauerte ehemalige Haupteingang an der Kappelergasse ist wieder offen und behindertengerecht ausgebaut. Auch der öffentlich genutzte Musiksaal wurde umfassend erneuert. Ausserdem wurde eine zusätzliche Beleuchtung für Ausstellungen eingerichtet.

Heizen mit Zürichseewasser

Neue Wege beschritten hat die Stadt beim Energiekonzept. Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) vorsorgt das Stadthaus klimaschonend mit Wärme und Kälte, indem es in der Energiezentrale in der benachbarten Liegenschaft Zürcher Seewasser als Ernergiequelle nutzt.

Im Stadthaus konnte so, wie in den andern Objekten, die dem Energieverbund Fraumünster angeschlossen sind, auf eine eigene Energieerzeugungsanlage verzichtet werden. Durch diese Massnahme werde der Ausstoss von 280 Tonnen CO2 jährlich vermieden, schreibt das Hochbaudepartement. Das Stadthaus trage damit zur Erreichung der Ziele der 2000-Wattt-Gesellschaft bei.

Altes wiederentdeckt

1883/84 baute der damalige Stadtbaumeister Arnold Geiser das erste Stadthaus im Stil der Neorenaissance. Nach der Eingemeindung 1883 war der Bau bereits zu klein, und er musste von Gustav Gull in den Jahren 1898 bis 1901 erweitert werden. Gull ordnete den Vorgängerbau seinem eigenen Farb- und Formenkonzept unter und liess den ersten Bau optisch fast verschwinden.

Im Verlaufe der Jahrzehnte wurde das Stadthaus laufend an aktuelle Bedürfnisse angepasst. Dies geschah jedoch nicht immer mit der nötigen Sorgfalt, wie die Stadt schreibt. Eine übergreifende Strategie habe ebenso gefehlt wie ein tiefes Verständnis für die architektonische Qualität.

Diese Defizite seien nun dank der Instandsetzung behoben worden. Verloren geglaubte Ausstattungsdetails seien wieder zum Vorschein gekommen, zum Beispiel Wandbemalungen, Terazzoböden und Wandreliefs im bisher zugebauten Geiser-Lichthof. (ep/sda)

Erstellt: 04.11.2010, 14:52 Uhr

ag des offenen Stadthauses

Die Wiedereröffnung des Stadthauses feiert die Stadt am kommenden Samstag von 10 bis 16 Uhr gemeinsam mit der Bevölkerung. Mitglieder des Stadtrates führen durchs Haus und zeigen dabei auch den sonst nicht öffentlichen Stadtratssaal sowie das Büro von Stadtpräsidentin Corine Mauch.

Während des ganzen Tages gewähren die Dienstabteilungen Einblick in ihre Arbeit. Im Stadthaus, dem Sitz der Stadtregierung, amtieren die Stadtpräsidentin sowie Teile des Präsidialdepartementes. Angesiedelt sind zudem Teile des Finanzdepartementes sowie die Parlamentsdienste.

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