McDonald's beim Schauspielhaus: Jetzt liegt es an der Stadt Zürich

McDonald's Schweiz will beim Schauspielhaus eine zweistöckige Filiale eröffnen - sehr zum Leidwesen der Theater-Verantwortlichen, die um den Gesamteindruck des Hauses fürchten.

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Ob die Filiale gebaut wird oder nicht, entscheidet die Stadt Zürich: Die von McDonald's eingereichten Baupläne werden gegenwärtig durch das Hochbaudepartement geprüft. Wann mit einem Resultat gerechnet werden kann, ist unklar. Auch die Verantwortlichen des Schauspielhauses hatten Einsicht in die Pläne. Das Missfallen über die neuen Nachbarn blieb jedoch: «Ein zweistöckiger McDonald's passt nicht ins Pfauengebäude», sagte Sprecherin Kathrin Gartmann auf Anfrage. Die Gesamtwirkung des Hauses würde dadurch beeinträchtigt. Ob das Schauspielhaus rechtliche Schritte gegen die allfällig erteilte Baubewilligung ergreift, kann sie nicht sagen. Man warte jetzt erst mal ab.

Mit Unterschriftenbögen, die im Foyer liegen, sammelt das Schauspielhaus bis auf Weiteres Unterschriften gegen die neue Fast-Food-Filiale. Das Schauspielhaus habe die Unterschriftenaktion lanciert, um herauszufinden, wie das Publikum zu einer Fast-Food-Filiale im Pfauen stehe, sagte Gartmann weiter. Man werde die genaue Anzahl der Unterschriften nach Beendigung der Aktion bekanntzugeben, habe aber nicht vor, die Bögen bei einer Behörde oder einem Amt einzureichen.

McDonald's verspricht diskrete Gestaltung

McDonald's Schweiz suchte bereits vor Wochen den Dialog mit den Schauspielhaus-Verantwortlichen. «Ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn ist uns bei jeder Filiale wichtig», sagte Mario Federico, Chef von McDonald's Schweiz auf Anfrage. Das Schauspielhaus lehnte das Gesprächs-Angebot bislang jedoch ab. «Es ist ihr gutes Recht, sich an der geplanten Filiale zu stören», sagte Federico weiter. Würde McDonald's noch so aussehen wie vor zwanzig Jahren, hätte der Chef persönlich sogar Verständnis dafür. Heute wirke McDonald's aber ansprechender und auch zurückhaltender. «Wir hängen nicht zwanzig Logos auf», verspricht er.

Dies wäre rechtlich auch gar nicht möglich: Das Schauspielhaus am Heimplatz befindet sich im Inventar der schützenswerten Bauten. Veränderungen an der Fassade sind nur eingeschränkt möglich. McDonald's füge sich heute in vielen historischen Zentren gut ins Stadtbild, betont das Unternehmen, etwa an der Getreidegasse in Salzburg, wo sich Mozarts Geburtshaus befindet, oder beim Louvre in Paris. (mec/sda)

Erstellt: 05.03.2013, 17:01 Uhr

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