Mehr Tempo 30 auf Hauptstrassen

Die Stadt Zürich hat einen ehrgeizigen Fahrplan für die Minderung des Verkehrslärms.

Auch die Zweierstrasse in Wiedikon ist für Tempo 30 vorgesehen. Foto: Sabina Bobst

Auch die Zweierstrasse in Wiedikon ist für Tempo 30 vorgesehen. Foto: Sabina Bobst

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Die Strassen in der Stadt Zürich haben zusammengezählt eine Länge von 740 Kilometern. Auf 390 Kilometern gilt Tempo 30, aufgeteilt in 134 Zonen. In den nächsten vier Jahren sollen etwa 80 Strassenabschnitte dazukommen, auf denen höchstens 30 km/h gefahren werden darf. Zudem wird auf rund 20 Hauptstrassenabschnitten die Höchstgeschwindigkeit von 60 auf 50 km/h herabgesetzt.

Anlass ist die Lärmschutzverordnung des Bundes, deren Grenzwerte bis Ende März 2018 von allen Kantonen und Gemeinden eingehalten werden müssen. Temporeduktion ist dafür das vorrangige Instrument, weil der Verkehrslärm im Schnitt um etwa 3 Dezibel abnimmt, wenn die Geschwindigkeit von 50 auf 30 km/h sinkt. Das entspreche in der Wahrnehmung einer Halbierung der Verkehrsmenge, schreiben Verkehrsexperten im In- und Ausland. Tempo 30 als Lärmschutz ist für die Stadt auch interessant, weil die Kosten dafür vergleichsweise gering sind und weil es weniger und weniger schwere Unfälle gibt. Alle neuen Tempo-30-Abschnitte müssen im Amtsblatt ausgeschrieben werden und können angefochten werden. So sieht der Fahrplan aus:

35 Strassenabschnitte ausgeschrieben

Am 28. August 2013 hat der Vorsteher des Polizeidepartementes rund 35 Abschnitte auf kommunalen Strassen ausgeschrieben, verteilt über die ganze Stadt. Weiter vier Abschnitte auf überkommunalen Strassen: Morgental, Butzenstrasse, Tessinerplatz und Nordbrücke. Gegen alle Tempo-30-Ausschreibungen gingen Einsprachen ein. Temporeduktionen auf Strassen des Kantons kann die Stadt selber verfügen, wenn kein Bauprojekt damit verbunden ist. Zustimmung des Kantons braucht es, wenn das Tempo im Zusammenhang mit einem Bauprojekt reduziert wird.

Am 8. Januar 2014 schrieb die Stadt den Versuch «Tempo 30 nachts» aus. Auf stark befahrenen Strassenabschnitten in Wohngebieten soll zwischen 22 und 6 Uhr Tempo 30 statt 50 gelten. Gegen diesen Versuch hat unter anderem der TCS Einsprache erhoben.

Mit 50 über die Europabrücke

Am 12. März 2014 folgte die zweite Tranche von definitiven Massnahmen auf überkommunalen Strassen in den Stadtkreisen 7 und 9, inbegriffen Temporeduktionen von 60 auf 50 km/h auf der Birmensdorfer- und Badenerstrasse sowie der Europabrücke. Auch gegen diese Tempomassnahmen wurden Rechts­mittel eingereicht. Geplant ist ferner Tempo 30 am Römerhof, in Witikon zwischen Berghalden- und Looren­stras­se, auf der Altstetterstrasse und im Dorfkern Albisrieden. Diese ­Massnahmen werden zusammen mit dem geplanten Umbau der Strassen ausgeschrieben.

Als Nächstes folgen alle paar Monate die weiteren Stadtkreise mit Tempo 30 auf überkommunalen Strassenabschnitten (ohne Bauprojekte) und mit Tempo 50 statt 60. Zuerst sind die Stadtkreise 10 und 11 an der Reihe, dann 3 und 6, 4 und 5, 8 sowie 12.

Bis Ende 2015 will die Stadt alle Massnahmen in allen Stadtkreisen publiziert haben, damit die Umsetzung trotz der Einsprachen bis 2018 abgeschlossen ist. Die Verpflichtung für die Lärmsanierung besteht auch nach 2018, nur zahlt dann der Bund keine Beiträge mehr, was ein Viertel der Kosten ausmacht. Zudem können Liegenschaftenbesitzer ab 2018 Schadenersatz fordern, wenn die Lärmbelastung immer noch über dem Grenzwert liegt.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 02.04.2014, 07:24 Uhr

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