Mehr als 1000 Bewerber für die ersten 60 Wohnungen

Schon ein halbes Jahr vor Bezugstermin ist der Andrang für die städtische Siedlung an der Rautistrasse in Altstetten enorm.

Sieben Blöcke mit 104 Wohnungen: Die Siedlung Rautistrasse in Altstetten. Foto: Doris Fanconi

Sieben Blöcke mit 104 Wohnungen: Die Siedlung Rautistrasse in Altstetten. Foto: Doris Fanconi

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Sie befindet sich alles andere als im Herzen der Stadt, die nigelnagelneue Siedlung an der Rautistrasse in Altstetten. Dort stehen die sieben grossen Wohnblöcken mit 104 Wohnungen, welche die Stadt für mehr als 53 Millionen Franken baut. Geplant hat sie das Zürcher Architekturbüro Undend. Der Ansturm auf die günstigen Unterkünfte ist enorm: Die Stadt hat eine erste Etappe von 60 Wohnungen ausgeschrieben – und 1025 Bewerbungen erhalten.

Rund zwei Drittel davon hätten sich die Mühe jedoch sparen können. Laut Jürg Keller, Vizechef der Liegenschaftenverwaltung, haben sie zwei grundlegende Kriterien nicht erfüllt: Das Verhältnis zwischen Mietzins und steuerbarem Einkommen war nicht zwischen 1:3 und 1:4, oder sie wollten mit zu vielen oder zu wenigen Personen einziehen. Am Schluss sind 320 geeignete ­Bewerbungen geblieben, aus denen die Stadt ausgewählt hat. Diese Mieter können im Herbst einziehen. Mit meisten Bewerbungen (140) gingen für die 5½-Zimmer-Wohnungen ein, 96 waren es für die 3½- und 84 für die 4½-Zimmer-Wohnungen. Diese kosten zwischen 1700 und 1800 Franken Miete, falls subventioniert 1400 bis 1500 Franken. Mitte August geht das Auswahlprozedere für die Stadt von neuem los – dann findet die Besichtigung für weitere 39 Wohnungen statt.

Einige Nachbarn beobachten das Geschehen wohl mit Zähneknirschen. Sie hatten die Stadt vor Gericht gezogen. Ihnen passte die Grösse der neuen Häuser nicht. Diese haben sieben Geschosse und überragen die gesetzlich vorgegebene Höhe. Die Nachbarn wehrten sich gegen die «Plattenbauten ostdeutscher Prägung». Die Klage wanderte bis vor Bundesgericht. Dort erzielten die Anwohner einen kleinen Erfolg, und das Verwaltungsgericht musste nochmals über die Bücher. Doch zum Schluss nützte alles nichts: Die Stadt erhielt 2010 recht, durfte bauen – und die Nachbarn mussten 26 000 Franken Gerichtsgebühren berappen.

Begehrtes Freilager

Das langwierige Verfahren der Mieterauswahl steht der Zürcher Freilager AG noch bevor. Sie baut zurzeit nach Plänen des Zürcher Architekturbüros Meili, Peter ebenfalls an der Rautistrasse eine Siedlung, die achtmal grösser ist als die Siedlung der Stadt. Fertig werden soll das «Freilager Zürich» 2016. Doch bereits heute haben sich laut CEO Jean-Claude Maissen 3300 Interessierte gemeldet. «Das freut uns und gibt eine gewisse Sicherheit, dass die Nachfrage da ist.» Wie viele sich dann wirklich auf eine Wohnung bewerben, bleibt jedoch noch offen. Die ersten Wohnungen könnten gegen Ende dieses Jahres ausgeschrieben werden.

Erstellt: 19.07.2014, 07:56 Uhr

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