Messerangriff auf Homosexuelle im Zürcher Niederdorf

Am Wochenende wurden drei Männer verletzt. Einen 15-jährigen Verdächtigen hat die Polizei festgenommen.

Polizeieinsatz in der Nacht auf Sonntag: Im Niederdorf wurden mehrere Männer attackiert und verletzt. Foto: «20 Minuten»/Leserreporter

Polizeieinsatz in der Nacht auf Sonntag: Im Niederdorf wurden mehrere Männer attackiert und verletzt. Foto: «20 Minuten»/Leserreporter

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In der Nacht auf Sonntag kam es im Zürcher Niederdorf zu einer Schlägerei zwischen mehreren Personen. Laut Stadtpolizei Zürich wurden dabei drei Männer im Alter zwischen 21 und 37 Jahren nicht lebensgefährlich verletzt. Allerdings habe einer von ihnen eine Stichverletzung im Bereich des Oberkörpers erlitten, heisst es in einer Mitteilung von heute Montag. Die Stadtpolizei Zürich konnte einen 15-jährigen syrischen Tatverdächtigen verhaften. «Der junge Mann wurde polizeilich befragt und danach der Jugendanwaltschaft zugeführt.»

Der Angriff fand an der Spitalgasse unweit des Gay-Clubs Heaven statt. Mehrere Augenzeugen sagen zu «20 Minuten», dass es eine gezielte Attacke auf Schwule gewesen sei. Die Gruppe sei angepöbelt und schwulenfeindlich beleidigt worden, anschliessend sei die Sache eskaliert. Auch ein Security-Mitarbeiter des Clubs wurde offenbar verletzt. «Die Angreifer haben ihm ein Messer in die Schulter gestochen», wird ein Augenzeuge zitiert. Die Betroffenen haben Anzeige erstattet.

Berichte über Angriffe auf Homosexuelle häuften sich in den vergangenen Monaten. So wurde beispielsweise in der Silvesternacht ein schwules Pärchen spitalreif geprügelt. Auch diese Attacke fand in der Nähe des Clubs Heaven statt. Die Stadtpolizei hat die Präsenz an neuralgischen Punkten, etwa im Niederdorf, bereits erhöht. Wie stark die Zahl der Angriffe zugenommen hat, oder ob sie öffentlich einfach stärker wahrgenommen werden, ist unklar. Eine Statistik zu Hassdelikten gegen Schwule, Lesben und Transmenschen gibt es nicht – noch nicht. Der Gemeinderat hat unlängst auf die jüngsten Gewaltmeldungen reagiert und einen Vorstoss verabschiedet. In Zukunft muss die Stadtpolizei solche Fälle erfassen (mehr dazu lesen Sie hier).

Die Jugendanwaltschaft See/Oberland hat laut einer Sprecherin im aktuellen Fall eine Strafuntersuchung eröffnet. Der genaue Tathergang sowie ein allfälliges Motiv sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Es gelte die Unschuldsvermutung. Die Stadtpolizei Zürich sucht Zeugen. (sip)

Erstellt: 10.02.2020, 12:41 Uhr

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