Migros macht Coop die Pronto-Kunden streitig

Die Antwort der Migros auf Coop Pronto lautet M-Express. Der erste Shop im Kanton Zürich öffnet heute Donnerstag die Türen. Die Gewerkschaft Unia ist darüber alles andere als erfreut.

Sieben Tage die Woche von 6 bis 23 Uhr geöffnet: Die neue Migros-Filiale in Zürich-Altstetten.

Sieben Tage die Woche von 6 bis 23 Uhr geöffnet: Die neue Migros-Filiale in Zürich-Altstetten. Bild: MGB

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Heute Donnerstagmorgen hat die Migros beim Bahnhof Altstetten einen neuen M-Express-Shop eröffnet, den ersten im Kanton Zürich. Auf 350 Quadratmetern bietet der Detailhändler den Kunden warme Mahlzeiten zum Mitnehmen, aber auch herkömmliche Supermarktprodukte. «Viele Konsumenten haben keine festgelegten Essenszeiten mehr. Sie wollen zum Beispiel auch um 16 Uhr noch ein warmes Menü bekommen oder um 22 Uhr einkaufen», sagt Eve Pfeiffer, Mediensprecherin der Genossenschaft Migros Zürich. Dieser Nachfrage wolle die Migros mit dem M-Express gerecht werden. «Man kann aber auch den Einkauf für den täglichen Bedarf tätigen und Essig und Haferflocken kaufen», sagt Pfeiffer.

Der Shop wird von 6 Uhr in der Früh bis 23 Uhr spätabends geöffnet sein. Die Öffnungszeiten würden der urbanen Bevölkerung von Zürich zugutekommen, teilt die Migros mit. Anders als im Tankstellenshop Migrolino verkauft der M-Express aber weder Alkohol noch Tabak oder Zeitschriften. Auch Markenprodukte suchen Kunden im M-Express-Shop vergebens. Dafür sei das Angebot an frischen Lebensmitteln grösser. Ausserdem soll mit unbedienten Kassen, an denen die Kunden ihre Ware selbst einscannen können, der Einkaufsablauf beschleunigt werden.

Liberalisierung trotz Volks-Nein?

Die Gewerkschaft Unia ist nicht erfreut über die neue Einkaufsmöglichkeit in Altstetten. «Die grossen Detailhändler höhlen die Öffnungszeiten auf dem Buckel der Angestellten immer weiter aus. Und das nur, um sich einen Vorteil bei den Marktanteilen gegenüber kleinen Geschäften zu verschaffen», sagt Lorenz Keller von der Gewerkschaft Unia gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Dabei hätten die Zürcher doch erst vor kurzem einer FDP-Initiative zur vollständigen Deregulierung der Ladenöffnungszeiten eine klare Abfuhr erteilt.

Für Keller ist dies ein Zeichen, dass die Grossverteiler trotz deutlichem Volksentscheid eine vollständige Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten ansteuern. Die Migros will zu den Vorwürfen der Gewerkschaft nicht Stellung nehmen.

Erstellt: 16.08.2012, 14:01 Uhr

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