Mörgeli zeigt seinen ehemaligen Chef an

Christoph Mörgeli hat gegen Flurin Condrau Strafanzeige eingereicht. Er wirft ihm mehrfache Verletzung des Amtsgeheimnisses vor.

Wehrt sich gegen Verhalten seines ehemaligen Chefs: Christoph Mörgeli.

Wehrt sich gegen Verhalten seines ehemaligen Chefs: Christoph Mörgeli. Bild: Keystone

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Seit sechs Tagen steht Flurin Condrau wieder dem Medizinhistorischen Institut (MHIZ) und dem Museum vor. Nun hat Nationalrat Christoph Mörgeli (SVP) gegen seinen einstigen Chef wegen mehrfacher Verletzung des Amtsgeheimnisses Strafanzeige eingereicht. Das schreibt «Die Weltwoche» in ihrer jüngsten Ausgabe (Artikel online nicht verfügbar).

Ins Rollen kam die Affäre um das Medizinhistorische Institut und Christoph Mörgeli im September 2012. Der TA berichtete damals über die schweren Mängel, die Mörgelis Chef im Jahresbericht 2011 thematisiert hatte. Darin bezeichnete Condrau Mörgelis Medizinhistorisches Museum als «eine grosse Belastung». So blieb die Ausstellung etwa seit der Eröffnung vor mehr als 20 Jahren praktisch unverändert. Zudem verstaubten mehrere Zehntausend unkatalogisierte Objekte in offenen Regalen.

Amtsantritt verschoben

Die Universität Zürich hat nach dem Erscheinen von Auszügen dieses Berichts bei der Oberstaatsanwaltschaft eine Anzeige wegen Amtsgeheimnisverletzung eingereicht. Im September 2012 stellte die Universität Zürich den SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli als Mitarbeiter des MHIZ frei und entliess ihn schliesslich Ende März 2013. Mörgeli strengte daraufhin ein Rekursverfahren gegen seine Entlassung an.

Condrau hatte wegen laufender Strafverfahren gegen Mitarbeiter des Instituts und der Affäre um Christoph Mörgeli im November 2012 die Universitätsleitung ersucht, von der Leitung vorübergehend entlastet zu werden. Interimistisch ging diese Führung an Professor Johann Steuer – ursprünglich bis Ende Juli 2013. Der Ausstand wurde aber bis zum 1. Februar 2014 verlängert.

Condrau, ein Zürcher mit Bündner Wurzeln, wechselte 2011 an das Zürcher Institut. Der 46-Jährige hat in den 80er- und frühen 90er-Jahren in Zürich Geschichte, Soziologie und Volkswirtschaftslehre studiert. Er doktorierte in München und zog dann weiter nach Grossbritannien, wo er zuerst in Sheffield, dann an der Universität von Manchester tätig war. ()

Erstellt: 06.02.2014, 08:36 Uhr

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