Moschee-Schütze war ein Einzeltäter

Im vergangenen Dezember schoss ein Mann auf Besucher einer Moschee in der Innenstadt. Jetzt sind die Untersuchungen abgeschlossen.

Sein Zimmer richtete der spätere Amokschütze als eine Art Ritualraum ein. Niemand hatte Zutritt – nicht einmal seine Mutter. Illustration: Robert Honegger

Sein Zimmer richtete der spätere Amokschütze als eine Art Ritualraum ein. Niemand hatte Zutritt – nicht einmal seine Mutter. Illustration: Robert Honegger

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Ein Grossaufgebot von Polizei und Sanität säumten an einem Montag dem 19. Dezember 2016 die Strassen der Eisgasse und der Militärstrasse im Zürcher Kreis 4. Kurz zuvor fielen Schüssse im Somalisch Islamischen Kulturzentrum an der Eisgasse 6. Um 17.30 Uhr hatte ein 24-jähriger Schweizer die Moschee betreten und auf mehrere Betende geschossen. Drei Männer im Alter von 30, 35 und 56 Jahren wurden zum Teil schwer verletzt. Der mutmassliche Täter flüchtete und nahm sich kurze Zeit später das Leben.

Jetzt wird das Verfahren eingestellt. Dies teilt die Oberstaatsanwaltschaft heute Mittwoch in einer Medienmitteilung mit. Nur wenige Tage vor der Tat in der Moschee hat der Mann, am Wochenende des 17./18. Dezember 2016, auf einem Spielplatz in Zürich-Schwamendingen einen ehemaligen Freund erstochen.

Verletzte nach Schiesserei: Die Polizei setzte eine Grossfahndung an. Video: Reuters

Die Abklärungen der Kantonspolizei Zürich und der Staatsanwaltschaft IV im Zusammenhang mit einem möglichen Motiv für seine Taten hätten ergeben, dass der Beschuldigte persönliche Probleme hatte, schreibt die Oberstaatsanwaltschaft. Er sei ein Einzelgänger gewesen und habe sich intensiv mit Satanismus und Okkultismus befasst hatte. Sein Zimmer richtete der Amokschütze als eine Art Ritualraum ein. Niemand hatte Zutritt – nicht einmal seine Mutter. Der Zürcher Amokschütze hatte sich in Verschwörungstheorien verloren.

Es fanden sich keine Hinweise auf Mittäter oder Auftraggeber, vielmehr handelte es sich um eine Einzeltat. Nicht bestätigt hat sich zudem eine islamfeindliche Absicht hinter seinen Taten.

(sip)

Erstellt: 11.10.2017, 14:53 Uhr

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