Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Die Zürcherinnen und Zürcher wollen das neue Stadion nicht. Sie wollen dieses Stadion, das öffentlich finanziert wird, nicht, sollte man ergänzen. Der Stadtrat sollte deshalb für eine neue Lösung ein Türchen offenlassen.

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Die Stadtzürcher wollen kein öffentlich finanziertes Stadion zu diesem Preis. Die Stadionbefürworter, namentlich der Stadtrat, haben verloren. Das Spiel ist aus. Jetzt, da die Beine noch schmerzen und die Seele blutet, ist es verständlich, dass der Stadtrat ausschliesst, auf dem Hardturmareal oder sonst wo ein neues Projekt zu planen.

Doch es gibt Gründe, warum er nicht alle Türen zuknallen sollte. Erstens war das Resultat sehr knapp. Immerhin haben nahezu 50 Prozent der Stimmenden dem städtischen Stadionprojekt trotz vielen Angriffsflächen zustimmen. Auch das ist eine Aussage.

Zweitens haben fast 70 Prozent die Wohnsiedlung neben dem Stadion gutgeheissen. Es ist die Aufgabe der Stadtregierung, jetzt Wege zu suchen, wie sie dem klaren Verdikt Folge leisten kann.

Drittens hatte die Stadt vorausschauend mit der Credit Suisse verhandelt. Sie erzielte für das Land einen guten Preis, indem sie der Bank vertraglich zusicherte, das Land zurückzugeben, wenn kein Stadion gebaut wird. Bis 2035.

Und viertens ist die Bank kaum daran interessiert, das Land sofort zurückzukaufen. Aus Imagegründen. Aber auch weil sie gewissermassen in der Schuld der Zürcher Bevölkerung und Fussballclubs steht. Die CS hat das Stadion nicht gebaut, obwohl das Volk mit 63 Prozent Ja zu ihrem Pentagon-Projekt gesagt hat. Und sie hat den alten Hardturm übereilt abgebrochen.

Also: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Nun sind die Clubs und all jene am Zug, die im Abstimmungskampf von Alternativen gesprochen haben.

Erstellt: 22.09.2013, 19:25 Uhr

Redaktor Pascal Unternährer (Bild: bm)

Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP), FCZ-Präsident Ancillo Canepa und Abstimmungssieger Gian von Planta (GLP) im Interview.

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