Nervous-Bar

Nervous-Bar: Ex-Betreiber geben keine Ruhe

Der Streit schien mit einer Geldzahlung beigelegt. Doch nun werfen die Ex-Betreiber der Nervous-Bar der Stadt vor, den Deal bekannt gemacht zu haben.

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Die Stadtzürcher Gemeinderäte haben am Mittwoch eine E-Mail von Jens Gloor und seinem Partner Carlos Garotta erhalten. In ihrem Schreiben, das dem TA vorliegt, erheben die beiden ehemaligen Betreiber der Nervous-Bar eine Reihe von Vorwürfen an die Adresse von Politik und Behörden. Im Fokus steht der Gemeinderat, dessen Geschäftsprüfungskommission bei der Aufarbeitung der Affäre um die Nervous-Bar «vollumfänglich versagt» habe. Die Parlamentarier hätten dazu beitragen, dass «drei Jahre unseres Lebens gestohlen wurden».

«Unser Schweigen erkauft»

Auch die Stadt muss sich Kritik gefallen lassen. Sie habe sich, so schreiben Gloor und Garotta, mit der Entschädigung «unser Schweigen (. . .) erkauft, damit dieser Skandal nie an die Öffentlichkeit gelangt und die Zürcher Politik so weitermachen kann wie bisher». Gloor und Garotta mussten im November 2008 ihre Bar in Wiedikon schliessen, nachdem die Stadt in ihren Archiven eine Bewilligung für deren Umbau verschlampt hatte. Dafür hat sich der Stadtrat inzwischen öffentlich entschuldigt. Zusätzlich zahlt die Stadt eine Entschädigung, über deren Höhe Stillschweigen vereinbart wurde. Alle noch laufenden Rechtsverfahren werden zurückgezogen oder wurden eingestellt. Der bald drei Jahre andauernde Zwist schien beigelegt.

Stadt nimmt keine Stellung

Nun aber können Gloor und Garotta «nicht ausschliessen», die Vereinbarung über das Stillschweigen zu brechen. Sie monieren, der von der Stadt Zürich «verursachte Schaden» sei «nicht vollumfänglich ersetzt» worden. Die beiden Männer haben eigenen Angaben zufolge die Stadt gebeten, davon abzusehen, die Medien über den Deal ins Bild zu setzen, «um uns nicht weiter der Öffentlichkeit aussetzen zu müssen». Die Stadt tat es am vergangenen Freitag trotzdem. Offenbar befürchten Gloor und Garotta, in ihrer neuen Heimat in Brasilien deswegen unter Druck geraten zu können. Näher darauf gehen sie allerdings nicht ein. Ihr Schreiben schliessen sie mit der Bemerkung, sie hätten «endgültig genug von Zürich».

Die Stadt reagiert auf die neuerlichen Anwürfe mit Schweigen. «Wie vertraglich vereinbart, nehmen wir in dieser Sache keine Stellung», sagt Urs Spinner, Sprecher des Hochbaudepartements von Stadtrat André Odermatt (SP). Das Stillschweigen sei Bestandteil der Vereinbarung. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 29.07.2011, 06:23 Uhr

Sie monieren, der von der Stadt Zürich verursachte Schaden sei nicht vollumfänglich ersetzt worden: Jens Gloor und sein Partner Carlos Garotta. (Bild: Archiv TA)

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