Neue 5½-Zimmer-Wohnung im Seefeld für 1880 Franken

Die Stadt Zürich will für 100 Millionen Franken 122 Wohnungen im Seefeld bauen. Warum die Mieten sehr niedrig sein werden.

Die Siedlung soll auf beiden Seiten der Hornbachstrasse entstehen.

Die Siedlung soll auf beiden Seiten der Hornbachstrasse entstehen. Bild: PD

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Das dürfte einen Ansturm von Interessierten geben. Die Stadt plant an der Hornbachstrasse mitten in Riesbach den Bau von 122 günstigen Wohnungen mit 2½ bis 5½ Zimmern. Eine 4½-Zimmer-Wohnung mit 95 bis 109 Quadratmetern wird gemäss Planung 1670 Franken kosten, für 5½ Zimmer wird man 1880 Franken zahlen – plus etwa 200 Franken Nebenkosten. Noch günstiger kommen die Wohnungen Familien mit tiefen Einkommen: Ein Drittel der Wohnungen wird subventioniert und kostet rund 300 Franken weniger.

Wenn der Gemeinderat und das Volk dem vom Stadtrat beantragten 100,7-Millionen-Kredit zustimmen, kann mit dem Bau im Herbst 2015 begonnen werden. Voraussetzung ist, dass keine Rekurse gegen die Baubewilligung eingehen und Gestaltungsplan, Umzonung und neue Baulinien genehmigt werden. Bezugstermin wäre im besten Fall Mitte 2018, wie der Stadtrat heute Mittwoch mitgeteilt hat.

Oase in der teuren Wüste

Riesbach (Quartiere Seefeld, Mühlebach und Weinegg) ist in der Hand von Privaten und ein teures Pflaster. Im ganzen Kreis 8 gibt es nur eine städtische Wohnsiedlung: die Siedlung Tiefenbrunnen mit 102 Wohnungen. Dazu kommen etwa 400 Wohneinheiten von Genossenschaften und Stiftungen.

Nun soll also die Siedlung Hornbach gleich beim China-Garten dazukommen. Dies gehört zur Strategie der Stadt. Gemäss Daniel Leupi (Grüne), der als Finanzvorsteher für die Liegenschaftspolitik verantwortlich ist, liegt der Anteil der gemeinnützigen Wohnungen im Kreis 8 weit unter dem städtischen Durchschnitt und soll vergrössert werden. Einerseits fordern dies die Stimmbürger, welche 2011 in der Gemeindeordnung festschrieben, dass der Anteil der Wohnungen mit Kostenmiete von einem Viertel auf ein Drittel erhöht wird. Anderseits hat das Stadtparlament 2009 auf Antrag von CVP und EVP speziell für den Kreis 8 mehr Familienwohnungen gefordert. Die tiefen Mieten sind gemäss Leupi auf die effiziente und kostengünstige Bauweise zurückzuführen. Zudem gehört das Land bereits der Stadt. Eine Rolle spielt auch der tiefe Referenzzinssatz.

Zwei Clusterwohnungen

70 Prozent der Wohnungen haben 4 bis 5½ Zimmer. Dazu entstehen zwei Clusterwohnungen, die eine Mischung aus gemeinschaftlichem Zusammenleben und Privatsphäre ermöglichen, Räume für Gewerbe und Kinderbetreuung, ein Werkhof von Grün Stadt Zürich und 103 Parkplätze. Die Siedlung wird vom Zürcher Architekturbüro Knapkiewicz & Fickert gestaltet, welches 2012 den Wettbewerb gewonnen hat.

Erstellt: 09.07.2014, 16:00 Uhr

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