Neue Hoffnung für GC und den FCZ

Die Stadt Zürich präsentiert einen neuen Fahrplan fürs Fussballstadion. Ort und Architektur bleiben gleich. Etwas Entscheidendes aber soll sich ändern.

Neue Finanzierung, altes Projekt: Das Stadion mit knapp 20'000 Zuschauern soll aufs Hardturmareal kommen.

Neue Finanzierung, altes Projekt: Das Stadion mit knapp 20'000 Zuschauern soll aufs Hardturmareal kommen. Bild: Burkard Meyer

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Nach dem Stadion-Nein des Volks im letzten Jahr kommt nun wieder Bewegung in die Stadionfrage. Der Stadtrat hat beschlossen, im kommenden Jahr einen Investorenwettbewerb für die neue Arena im Hardturm auszuschreiben, wie er heute Mittwoch mitgeteilt hat. Der Plan: Private bauen und finanzieren das Stadion, die Stadt baut einen Block mit verbilligten Wohnungen daneben.

Neu wird auch eine nahe Baufläche in Anspruch genommen, welche im alten Projekt noch als Reserve bezeichnet wurde. Dort könnten etwa Wohnungen gebaut werden, die zum Marktspreis vermietet werden und das Stadionprojekt «massgeblich quersubventionieren», wie es heisst.

Stadt wird mitzahlen müssen

Basis des Investorenwettbewerbs ist das bestehende Stadionprojekt der Badener Architekten Burkard Meyer. Laut Stadtrat diene der Wettbewerb dazu, die Realisierbarkeit eines von Privaten gebauten und betriebenen Stadions auszuloten.

Einer der Vorteile dieses Vorgehens sei, dass die bisherige Planung nicht für die Füchse gewesen wäre. Die Planungskosten von 6,5 Millionen Franken müsste der private Bauherr übernehmen. Der Stadtrat will noch nichts zu den Gesamtkosten sagen, da bisher von verschiedener Seite nur Projektskizzen eingereicht worden sind.

Gemäss Stadt ist es auch noch zu früh, um Aussagen über die Kosten für die öffentliche Hand zu machen. Der Stadtrat gehe aber davon aus, dass es «ohne einen substantiellen städtischen Beitrag» sowie weitere Volksabstimmungen nicht gehen werde. Mit dem Investorenwettbewerb soll dieser Beitrag möglichst tief gehalten werden.

Stadtrat lehnt Stadion in Dübendorf ab

«Wir sind nicht bereit, jeden Preis zu zahlen», sagt Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne). Am Abstimmungssonntag hatte er in einer Mitteilung noch geschrieben: «Nach zwei gescheiterten Projekten ist ein Beitrag der Stadt – in welcher Form auch immer – höchstens in einem bescheidenen Rahmen denkbar.»

Einer Mantelnutzung im Stadion steht Leupi skeptisch gegenüber. Er geht davon aus, dass das Stadionprojekt der Stadt «plus/minus» übernommen wird. Leupi lehnt auch die Idee einer privaten Investorengruppe ab, die das ganze Hardturmareal mit Wohnungen überbauen will, um mit der Rendite ein Stadion in Altstetten oder Dübendorf zu finanzieren.

Man habe ein Stadionprojekt im Hardturm, in das bereits Millionen investiert worden seien, sagt Leupi. «Es ist nicht nötig das Rad komplett neu zu erfinden.» Zudem sei mit der Credit Suisse vertraglich vereinbart, dass diese das Hardturmareal zurückkaufen könne, wenn darauf kein Sportstadion entstehe.

Nur Minderheit ist aus Prinzip dagegen

Am 22. September 2013 lehnten 50,8 Prozent der Stadtzürcher Stimmenden einen 216-Millionen-Kredit fürs neue, städtisch finanzierte Fussballstadion für knapp 20'000 Zuschauer ab. In der Vorlage inbegriffen waren zusätzliche 8,3 Millionen im Jahr als Defizitgarantie für den Stadionbetrieb. Der städtischen Wohnsiedlung für 103 Millionen stimmten 67,4 Prozent zu.

Als Hauptgrund für die Ablehnung des Stadionkredits galt die Höhe des Kredits und Art der Finanzierung. Die meisten Gegner der Vorlage waren der Meinung, es sei nicht Aufgabe der Stadt, den «Millionarios» vom FC Zürich und der Grasshoppers die Infrastruktur bereitzustellen. Dass Zürich und seine beiden Grossclubs ein reines Fussballstadion brauchen, bestreitet nur eine Minderheit.

Erstellt: 03.09.2014, 13:09 Uhr

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